Porträt

Andreas Bahner: Spezia­li­sierung im Baurecht

Andreas Bahner lebt vom privaten Baurecht – und bereitet sich auf das „Building Information Modeling“ vor. Auf die Digitalisierung der Bau(planungs)branche will er als Rechtsanwalt vorbereitet sein.

2003
Abitur

10/2004 bis 1/2009
Studium der Rechtswissenschaften an der
Universität Tübingen

2011 bis 2013
Referendariat in Köln

2013
Promotion Universität Köln

Seit 7/2013
Rechtsanwalt bei Leinemann Partner
Rechtsanwälte in Köln

Seit 2015
Dozent in berufsbegleitenden Masterstudiengängen
für Bauingenieurwesen/
Baubetrieb an der Fachhochschule Münster
(seit 2015) und Bergischen Universität
Wuppertal (seit 2018)

Seit 1/2017
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

 

 

Andreas Bahner kennt das Rampen­licht. Weiß, wie der Körper auf Nervosität reagiert. Spielt seit Jahren als Schlag­zeuger in einer Band. Als sich die  Schein­werfer dann in der Kanzlei auf Andreas Bahner richten, kriegt er seinen Einsatz. Aber impro­vi­sieren muss er schon ein wenig. Der Endzwan­ziger ist erst ein paar Wochen im Job, kommt frisch aus dem Referen­dariat, als seine Chefin für drei Wochen in den Urlaub fährt und Bahner sie vertritt. „Als die ersten Anrufe reinkamen und Mandanten Fragen gestellt haben, da habe ich Blut und Wasser geschwitzt“, sagt Bahner heute und amüsiert sich – fünf Jahre später – über sein jüngeres Ich. „Damals habe ich nach bestem Wissen und Gewissen Antworten geliefert und auch mal zurückgerufen, wenn ich nicht gleich weiter­wusste“. Nach Büroschluss geht er heim, duscht und legt sich sofort ins Bett. „Das hat mich fertig gemacht.“ Aber eben auch stärker. Aus Bahners Erzählungen über den Start in den Beruf kann man lernen, wieso das richtige Maß an Überfor­derung zu Beginn der beste Lehrmeister sein kann. Zwei Dinge hat Bahner aus dieser Zeit mitge­nommen, wie er heute weiß. „Man lernt im Lauf der Zeit cool zu bleiben, auch wenn man mal nicht gleich die Antwort auf eine Frage weiß. Und, noch wichtiger, man lernt fachlich dazu.“

Bahner gehört zur Generation junger Anwälte, die noch Jahrzehnte ihres Berufs­lebens vor sich haben, aber keine Anfänger mehr sind. Sie müssen sich in einer Welt behaupten, die sich immer schneller wandelt und in der sich Karrie­rewege nicht mehr so solide voraus­planen lassen wie in den vergan­genen Jahrzehnten. Fast sticht Andreas Bahner mit seinen fünf Jahren Berufs­er­fahrung bei einem einzigen Arbeit­geber heraus aus der Masse junger Anwälte, die schnell starten und immer öfter den Job wechseln. Viele von Bahners Kommi­li­tonen haben mindestens den ersten Arbeit­ge­ber­wechsel hinter sich, einige haben sogar den Beruf oder mindestens die Branche gewechselt.

Zu Bahner scheint das nicht zu passen. Er ist Mitglied des Ausschusses für Bau und Archi­tek­ten­recht im Kölner Anwalt­verein sowie Gründungs­mit­glied des Unter­aus­schusses für Junge Anwälte in der Arbeits­ge­mein­schaft Baurecht des Deutschen Anwalt­vereins, schreibt Fachar­tikel, unter­richtet im Master­stu­diengang „Baurecht im Lebens­zyklus der Bauwerke“ an der Fachhoch­schule Münster und an der Universität Wuppertal. Im beruf­lichen Alltag hat sich Bahner auf das private Baurecht spezia­li­siert und berät hauptsächlich mittelständische Bauun­ter­nehmer und Projekt­steuerer – längst betreut er eigene Mandate und hat das Neugeschäft im Blick. „Die Ausbildung im Thema war genauso vertrau­ensvoll wie die Einstellung“, sagt Bahner, „es beginnt mit der Bearbeitung einer geeig­neten Akte und wird dann sehr schnell konkret.

Der erste Mandan­ten­kontakt, die ersten Termine, die Rolle als Co-Dozent bei einem Vortrag. Diese Strategie hilft ungemein.“ Ins kalte Wasser geworfen zu werden fand Andreas Bahner gut. „Es stand ja immer jemand mit einer langen Leine am Ufer.“ Oft reicht die Gewissheit ja, dass die Unterstützung nahe ist, um über sich hinaus­zu­wachsen und schnell zu lernen. Und doch gibt es Teile eines Berufes, die man sich schlecht aneignen kann. Der Umgang mit Menschen, ob nun Mandanten oder nicht, zählt etwa dazu – oder die Fähigkeit, sich etwas Neues zu erarbeiten. Ein poten­zi­elles Geschäftsgebiet zum Beispiel.


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