Bundesrechtsanwaltskammer

beA bleibt bis mindestens Mitte Mai offline

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat in einem Rundschreiben an die Kammerpräsidenten gestern mitgeteilt, dass das Sicherheitsgutachten zum beA nicht vor Mitte Mai vorliegen wird. Nach den ersten Ergebnissen des Gutachters hat das System „Schwachstellen“. Die BRAK geht jetzt auf Atos zu, um diese zu beheben.

Die ersten Ergeb­nisse der Begut­achtung des beA liegen vor. Die BRAK berichtet in dem Schreiben davon, dass der Gutachter Secunet am 27. März 2018 vorläufige Ergeb­nisse der Sicher­heits­analyse des beA-Systems und der beA-Client-Security vorge­stellt habe. Danach weist das System „Schwach­stellen“ auf, die vor einer Wieder­auf­nahme des Betriebs beseitigt werden sollen. Eine grundsätzliche Überar­beitung der Syste­mar­chi­tektur sei nicht erfor­derlich. Für die Woche nach Ostern wird eine erste schrift­liche Stellung­nahme des Gutachters Secunet angekündigt. Das endgültige Gutachten soll Mitte Mai vorliegen. Die BRAK teilt ferner mit, dass sie sich nun mit dem Dienst­leister Atos in Verbindung gesetzt habe. Das Ziel: Atos soll die ausge­machten Sicher­heitslücken beheben. Die Zeit bis zur Behebung solle für eine umfas­sende Bewertung des beA-Systems durch Secunet genutzt werden.

Rechtsanwaltskammer Hamburg: weitere Erkenntnisse zum beA nötig

Das BRAK-Schreiben (im Betreff als „beA Rundbrief 06“ bezeichnet) kursierte am Donnerstag vor Ostern zeitweise im Internet. In dem Schreiben wird betont, dass dieses der „internen Information und Transparenz“ diene, aber nicht für die „breite Öffentlichkeit“ bestimmt sei. Die Rechtsanwaltskammer Hamburg gibt in einer News an, sich um weitere brauchbare Erkenntnisse zu bemühen. Tatsächlich bleibt bislang offen, welchen Umfang der aktuelle Prüfungsauftrag genau hatte und welche Sicherheitslücken gefunden wurden. Wahrscheinlich ist, dass es sich um die öffentlich diskutierten Probleme handelt. Denkbar ist aber auch, dass es um bislang unentdeckte Sicherheitsrisiken geht. Das Schreiben enthält die Ankündigung, dass die weitere Überprüfung des beA auch das umstrittene Hardware-Security-Modul (HSM-Modul) umfasst. Dieses Modul durchbricht bei der Übermittlung von beA-Nachrichten die ursprünglich angekündigte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Erst das komplette Sicherheitsgutachten will die BRAK veröffentlichen.

DAV: Transparenz für Anwältinnen und Anwälte beim beA schaffen

Der Deutsche Anwalt­verein kriti­siert, dass die Bundes­rechts­an­walts­kammer (BRAK) den einge­schla­genen Weg verlässt, Trans­parenz zu schaffen. „Es ist bedau­erlich, dass die BRAK es nicht für erfor­derlich hält, die zu unter­richten, die es betrifft, nämlich die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die seit Monaten ein System nutzen sollen, aber es nicht können“, sagt Rechts­anwalt Martin Schaf­hausen, Vorsit­zender des Ausschusses   Elektro­ni­scher Rechts­verkehr des DAV.

Kammerversammlungen: Es rumort in der Anwaltschaft

Das beA beschäftigt inzwischen auch die Versammlungen der regionalen Rechtsanwaltskammern. Juve hat über die Kammerversammlung in Berlin berichtet, LTO über den Abbruch der Kammerversammlung Sachsen.

 

 


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