Elektro­ni­scher Rechts­verkehr bei Gericht

Erstmal mehr Papier

Doch scheint es nicht Widersprüchlich, dass die Digita­li­sierung erst einmal mit mehr Papier verbunden ist? „Die Digita­li­sierung ist eine riesige Heraus­for­derung, die man Schritt für Schritt bewältigen muss“, sagt Richterin Laß. Die Lösung mit den Druckern ist nur für den Übergang gedacht. Die Drucker sind auch nicht gekauft, sondern lediglich für ein paar Jahre gemietet. „Es hat seinen Vorteil, dass wir in verschie­denen Phasen vorgehen“, findet Hahne. „So können sich die Mitar­beiter an das System und auch unser erstes elektro­ni­sches Akten­ma­na­gement light gewöhnen.“ In Edda (Eingang digitaler Dokumente zur Akte) können die anwalt­lichen Schriftsätze gespei­chert werden. Wenn dann die elektro­nische Akte kommt, bei der vollständig auf Papier verzichtet werden soll, ist ein erster Schritt zur Umstellung der Akten­be­ar­beitung bereits gegangen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Dr. Gebhardt.

Selbst wenn das beA funktio­nieren würde, ist es derzeit im Grunde immer noch einfacher, dem Gericht ein Fax zu schicken. Denn beim beA machen die Nutzer immer noch viele Fehler. Sind die notwen­digen Daten nicht vollständig, hat das Gericht ein Problem, das Schreiben richtig zuzuordnen. Das müssen dann die Wacht­meister machen, und die Nachricht zum richtigen Richter bringen. Wie in den guten alten Zeiten.


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