Anwaltszukunft

Karriere als Rechtsanwältin – warum die Frauen wegbleiben

Sabine Wildfeuer führte aus, dass sie bei ihrer Tätigkeit im Juris­tin­nenbund ein sinkendes Interesse junger Absol­ven­tinnen am Anwalts­beruf beobachte. Die Referenten waren sich einig, dass insbe­sondere die Justiz nach wie vor erfolg­reich gute Absol­venten und Absol­ven­tinnen abwerbe, da die beruf­lichen Anfor­de­rungen eine bessere Verein­barkeit mit der eigenen Lebens­planung versprächen als die Anwaltstätigkeit. Dazu wurde angemerkt, dass Kanzleien bei der Anwerbung neuer Berufsträger gerade auch unter männlichen Bewerbern großes Interesse an flexiblen Arbeits­zeit­mo­dellen beobach­teten. Große Einigkeit bestand dahin­gehend, dass von männlichen Bewerbern entschei­dende Impulse kommen könnten, um für alle Geschlechter flexiblere Arbeits­be­din­gungen zu erreichen.

Einen weiteren Diskussionspunkt bildeten Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Anwaltsberuf. In diesem Zusammenhang wurde noch einmal auf die von Markus Hartung in seinem Referat angesprochene, im Vordringen befindliche Tendenz einiger Mandanten referiert, besonderes Gewicht auf Diversität zu legen. Sollten mehr Mandanten in Zukunft Wert darauf legen, dass Kanzleien Vielfalt auf der Führungsebene und in der Mandatsbearbeitung in den Vordergrund rücken, könnte für Kanzleien ein tatsächlicher wirtschaftlicher Veränderungsdruck entstehen. Letztlich bestand jedoch ein weitgehender Konsens, dass erfolgreiche Vorbilder in der Kanzlei der beste Anreiz seien, um junge Anwältinnen zu gewinnen. Insbesondere Seeliger schloss sich daher der Forderung nach einer „Frauenquote“ an, für die sich Hofmann bereits im Grußwort ausgesprochen hatte. Die Schattenseite einer Quote, dass sich einige Frauen als „Quotenfrauen“ diskreditiert fühlten, sollte mehr als Chance denn als Hindernis betrachtet werden.

 


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