Anwaltsmarkt

Mehr als 80 Prozent ohne Zweit­beruf

Acht von zehn der Studien­teil­neh­me­rinnen und -teilnehmer üben keine Nebentätigkeit aus, 9 Prozent üben einen komplementären Zweit­beruf, das heißt eine Nebentätigkeit als Steuer­be­rater, Mediator, Wirtschaftsprüfer oder Notar aus, 10 Prozent einen nicht-juris­ti­schen Zweit­beruf. Anwälte aus Einzel­kanz­leien üben deutlich häufiger eine weitere beruf­liche Tätigkeit oder einen nicht-juris­ti­schen Zweit­beruf aus als Anwälte anderer Kanzlei­typen. Inter­essant ist, dass der Anteil an Anwälten, die einer weiteren beruf­lichen Tätigkeit nachgehen, am geringsten ist, wenn diese einen persönlichen Umsatz von 100.000 bis unter 200.000 Euro haben – bei einem höheren Verdienst steigen die Werte wieder leicht an. Nicht-juris­tische Zweit­berufe überwiegen deutlich bei Anwälten, die einen Umsatz unter 50.000 Euro erzielen. Unter den Anwälten, die einen persönlichen Umsatz von 300.000 Euro und mehr erzielen, ist der Anteil an komplementären Zweit­be­rufen am höchsten. Unter Miteigentümern und Partnern ist der Anteil an Anwälten, die eine weitere beruf­liche Tätigkeit ausüben, fast dreimal so hoch wie bei angestellten Anwälten und freien Mitar­beitern, auch bei den nicht-juris­ti­schen Zweit­be­rufen ist der höchste Anteil unter den Miteigentümern und Partnern zu finden. Eine weitere beruf­liche Tätigkeit üben besonders häufig Rechtsanwälte mit Tätigkeits­schwer­punkten im Bilanz- und Steuer­recht, im Medizin­recht, Erbrecht und Gesell­schafts­recht sowie im Sozial­recht aus.

Die Ergebnisse der Studie hat das Anwaltsblatt im Juni-Heft (AnwBl 2017, 624) veröffentlicht.

Prof. Dr. Matthias Kilian, Soldan Institut, Köln

 

 


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