Neuer BRAK-Präsident kann loslegen

Gewählt wurde er schon – der neue Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) Dr. Ulrich Wessels. Am 14. September 2018 wurde auf der in Bremen stattfindenden BRAK-Hauptversammlung das Amt offiziell an ihn übergeben. Er tritt die Nachfolge von Ekkehart Schäfer an, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Der bisherige zweite BRAK-Vizepräsident Dr. Ulrich Wessels wurde bereits am 28. Mai 2018 auf einer außerordentlichen Präsidentenkonferenz zum neuen Präsidenten gewählt (das Anwaltsblatt hatte berichtet). 22 von 26 Stimmen gaben ihm die Präsidentinnen und Präsidenten der 27 regionalen Rechtsanwaltskammern und der Rechtsanwaltskammer beim BGH. Damit führt Wessels die BRAK zunächst bis zum Jahr 2019.

Der Rechts­anwalt und Notar aus Münster (Jahrgang 1959) wird nun (14. September 2018) um 14 Uhr die Nachfolge von Ekkehart Schäfer (Jahrgang 1947) antreten, der seit September 2015 an der Spitze der BRAK stand. Neuer BRAK-Vizepräsident wird Rechts­anwalt André Haug, Präsident der Rechts­an­walts­kammer Karlsruhe.

Der neue BRAK-Präsident

Dr. Ulrich Wessels ist seit 2015 Mitglied des BRAK Präsidiums. Dem Vorstand der Rechts­an­walts­kammer Hamm gehört er seit 1994 an. 2001 wurde er Schatz­meister der Kammer. 2012 folgte er als Präsident der Rechts­an­walts­kammer Hamm auf Rechts­anwalt und Notar a.D. Dr. Dieter Finzel. Als Fachanwalt für Famili­en­recht und für Verwal­tungs­recht hat er seinen Tätigkeits­schwer­punkt im zivil- und verwal­tungs­recht­lichen Bereich und gehört einer mittelständischen Sozietät an. Er gilt als Kenner des anwalt­lichen Berufs­rechts und ist im BRAK-Präsidium unter anderem für die Bereiche BRAO und BORA, Anwalts­notare und Rechts­dienst­leis­tungs­gesetz zuständig.

Während seiner Präsidentschaft möchte er sich nicht nur für die Einführung eines eigenen Datenschutzbeauftragten für die Anwaltschaft einsetzen, wie er in einem Porträt der NJW-Aktuell (NJW-aktuell 38/2018, Seite 18) ankündigt. Auch „die Sicherung der anwaltlichen Verschwiegenheit, die nicht durch die Hintertür ausgehöhlt werden dürfe – etwa durch Meldepflichten für Steuergestaltungsmodelle“ stehen auf seiner Agenda ebenso wie die Anhebung der Anwaltsgebühren und eine Erneuerung des anwaltlichen Gesellschaftsrechts.

 

Wer den neuen BRAK-Präsidenten live erleben will, sollte sich nicht die diesjährige Veranstaltung des Instituts für Anwaltsrecht an der Universität zu Köln entgehen lassen. Das Symposium zum Thema „Angriffe auf die anwaltliche Verschwiegenheit?“ findet am 23. November 2018 in Köln statt. Wessels wird auf dem Podium mitdiskutieren.

Der bisherige Amtsinhaber

Der bisherige Präsident Ekkehart Schäfer hatte Anfang Mai seinen Rücktritt angekündigt und dafür gesundheitliche Gründe angeführt hat (das Anwaltsblatt hatte berichtet). Seine vierjährige Amtszeit wäre nächstes Jahr zu Ende gegangen. Um dem neu gewählten Präsidenten genügend Zeit zur Einarbeitung verschaffen zu können, hatte er sein Amt aber erst zum 14. September 2018 nieder­gelegt.

Schäfer zieht ein fast ausschließlich positives Fazit seiner langen ehrenamtlichen Laufbahn, wie er in einem Interview mit der FAZ-Einspruch verrät, auf das auch die BRAK auf ihrer Webseite hinweist: „Ich habe dadurch die Chance bekommen, Erfahrungen zu machen, die ich als normaler Anwalt nie gemacht hätte; das hat meinen Horizont ungemein erweitert und mir Begegnungen mit Persönlichkeiten erlaubt, die mir sonst nicht möglich gewesen wären. Es war also ein Privileg, diese Aufgaben übernehmen zu dürfen. Dass ich der BRAK-Präsident bin, der in seiner Amtszeit die meisten Rücktrittsforderungen erhalten hat, muss ich eben aushalten. Ich bin kein IT-Freak und werde auch keiner mehr, aber ich habe versucht, auch beim beA mein Bestes zu tun, und glaube wirklich, dass es so schlecht nicht war.“

 

 

 

 


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