Porträt

Zukunft Mietrecht - Beate Heilmann bleibt mit guten Ideen im Geschäft

Digitales und techni­sches Wissen: Ein Vorteil für die Mietrecht­lerin

Die Digita­li­sierung des Anwalts­berufs spielt ihr dabei in die Hände. Sichere Verbin­dungen sind auch unterwegs kein Problem mehr. Und schließlich ist es die Digita­li­sierung der Wohnungs­wirt­schaft selbst, die Beate Heilmann mit großem Interesse beobachtet und begleitet. „Ich habe vor, noch 15 oder mehr Jahre in diesem Beruf tätig zu sein“, sagt sie, „und meine Prognose ist, dass in dieser Zeit die Digita­li­sierung das Recht und die Wohnungs­wirt­schaft gehörig durchschütteln wird.“

Da sei es von Vorteil, ein gewisses Interesse für technische Entwick­lungen zu haben, sagt Heilmann. „Smart Home, Smart Building oder auch die Technik, die es Älteren ermöglicht, länger in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, bietet ein sehr weites Spektrum an Problem- und Frage­stel­lungen, die sich keineswegs etwa nur auf die Bearbeitung von Mieterhöhungen oder Neben­kos­ten­ab­rech­nungen beschränken“, sagt Heilmann. Beispiel Moder­ni­sie­rungsmaßen: mit deren Vorbe­reitung handelten sich Vermieter regelmäßig Probleme ein, die sehr sorgfältig geprüft und in engen zeitlichen Grenzen gelöst werden müssten. Ebenso das Thema Rechts­ge­staltung: Moder­ni­sie­rungs­ver­ein­ba­rungen, Mietauf­he­bungs­ver­ein­ba­rungen und die Ausfor­mu­lierung von oftmals langjährigen und inves­ti­ti­ons­in­ten­siven Gewer­be­miet­verträgen seien große Heraus­for­de­rungen. „Mit der Vertrags­ge­staltung lässt sich dann auch ein gutes Honorar verdienen“, sagt Beate Heilmann.

 

Beate Heilmann vor dem Fenster in ihrer Berliner Kanzlei
„Selbstverständlich wird die Digitalisierung der Rechtsberatung auch vor dem Mietrecht nicht Halt machen“, sagt Rechtsanwältin Beate Heilmann. Für Anwältinnen und Anwälte bietet die Digitalisierung aber mehr Chancen als Gefahren.

 

Je spezi­eller das Wissen, desto zukunfts­si­cherer der Beruf, glaubt sie. „Selbst­verständlich wird die Digita­li­sierung der Rechts­be­ratung auch vor dem Mietrecht nicht Halt machen“. Legal Tech werde im Bereich der Vertragsprüfung und bei der Überprüfung einfa­cherer Vorgänge, zum Beispiel standar­di­sierter Mieterhöhungs­schreiben oder Neben­kos­ten­ab­rech­nungen Eingang finden. „Das bedeutet aber nicht, dass man uns Anwälte nicht mehr braucht“, sagt Heilmann. „Gute Beratung und Ideen für die indivi­duelle Rechts­ge­staltung werden uns weiter im Geschäft halten und können nur von uns kommen.“ Auch die zunehmend hektische und sich überschnei­dende Gesetz­gebung erfordert viel strate­gische und flexible Beratung.

Über 20 Jahre im Geschäft - Können Sie auch abschalten, Frau Heilmann?

Sich selbst im Geschäft zu halten – das gelingt Beate Heilmann seit über zwanzig Jahren. Kurz vor dem Jahrtau­send­wechsel verließ sie die sichere Festan­stellung und gründete ihre eigene Kanzlei. „Ich wollte mich nicht in der Abhängigkeit verschleißen“, sagt sie. „sondern selbst entscheiden, keine langen Diskus­sionen oder Strei­te­reien austragen müssen und einfach machen.“ Das „selbst“ und „ständig“ der Freibe­rufler ist ihr längst zur Gewohnheit geworden.

Wann immer es ihr der Job erlaubt, fährt Beate Heilmann in den Garten ihres Vaters und jätet Unkraut zum Stressabbau. Oder sie schlägt ein paar Bälle auf dem Golfplatz in Pankow ab, der – das ist ihr wichtig – so gar nicht dem elitären Ruf des Sports entspricht. „Der Platz liegt am äußersten Stadtrand, eine Mitglied­schaft ist keine Bedingung. Das Leben und das Recht verändern sich eben“, sagt Heilmann, „und ich habe Freude, damit Schritt zu halten.“

Dazu gehöre auch, als erfolg­reiche Anwältin im Mietrecht heute unter­neh­me­risch denken zu können, den Eigentümer auch bremsen zu müssen, wenn das vordergründige Gewinn­streben mit ihm durchgeht. „Ein Mietstei­ge­rungs­po­tenzial muss man betriebs­wirt­schaftlich einordnen können“, sagt Heilmann, „und nicht alle Mieter müssen von den Moder­ni­sie­rungs­ideen ihres Vermieters zwangsläufig begeistert sein und haben mitunter gute Gründe sich zu wehren.“ Dann helfe es, kompetent und klar erklären zu können, warum unter­neh­me­risch alles gegen eine Maßnahme spreche, die vielleicht juris­tisch denkbar wäre. „Mit zuneh­mendem Alter hören die Mandanten besser auf mich. Das empfinde ich im Alltag als positiv.“


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