Anwaltsethik

Seit 2012 eine Frage pro Monat: Was meinen die Leser­innen und Leser?

Anwaltswerbung

Deutliche Unwert­ur­teile äußern die Zuschriften regelmäßig gegenüber „unkon­ven­tio­nellen“ Werbe­me­thoden: „widerlich“ oder „äußerst peinlich“

Rechtsanwalt Dr. Dirk Mecklenbrauck, Düsseldorf

Nähe und Distanz

Zu den Fragen, die sich mit einer Gefälligkeit gegenüber dem Mandanten oder der mangelnden Distanz zum Mandanten befasst haben, gab es ebenso deutliche Meinungsäußerungen. Zum „Gefälligkeits­gut­achten“: „Sollte ein Mandant eine seriöse … Expertise nicht zu schätzen wissen, kann er bei mir nicht Mandant werden“, sagt Rechtsanwältin Dr. Daniela Range-Ditz (Rastatt). „Ein Gutachten ist keine Inter­es­sen­ver­tretung und lässt keinen Raum für die Einnahme einsei­tiger Rechts­stand­punkte.“ (Rechts­anwalt Dirk Dr. Mecklen­brauck, Düsseldorf). Aus den Zuschriften offenbart sich gleich­zeitig eine Empfind­lichkeit des Einzelnen gegenüber den Sitten und Erwar­tungen seiner beruf­lichen Umgebung. Zum Fall der mangelnden Distanz zum Mandanten: „Kumpanei“ (Dr. Hans-Eckhard Tribess, Lübeck), das sei gleich­be­deutend mit Unseriosität. „Ich betreibe Rechts­be­ratung – nicht Unrechts­be­ratung. Deshalb lüge ich nicht für Mandanten und fordere sie nicht zu Straf­taten auf.“ Rechtsanwältin Barbara Kühn (Augsburg). „Wir sind doch ‚die Anwalt­schaft’, wenn eine Kollege schlecht dasteht, mithin wie ein Lügner dastehen würde, stehen wir als ‚Die Anwälte’ insgesamt schlecht da, wie ich finde.“ (Rechtsanwältin Reyhan Akar, Bad Homburg). Da denkt jemand wirklich an den (guten) Ruf der Anwalt­schaft, der im neuesten Berufs­grup­pen­ba­ro­meter erneut um 9 Punkte (!) gesunken ist.

 


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