Deutscher Menschen­rechts-Filmpreis

Aeham Ahmad aus Syrien, bekannt als der "Pianist in den Trümmern".

Er gilt mittlerweile als fest etabliert: Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis (DMFP) ist erfolgreich und ein schönes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Am 10. Dezember 2016 ist er zum 10. Mal in Nürnberg verliehen worden. Anschließend gingen die Preisträgerfilme auf Tour und erreichten ihr Publikum in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. In Berlin sahen 500 Zuschauer die Filme.

Für viele Menschen ist das Recht sehr abstrakt. Der DMFP macht deutlich: Menschen­rechte haben mit meinem Leben jede Menge zu tun. Menschen­rechte sind keine Almosen. Menschen­rechte muss sich niemand verdienen, sie stehen uns allen zu. Die Achtung der Menschen­rechte ist leider keine Selbst­verständlichkeit. Obwohl jeder Mensch gegenüber dem Staat seine Menschen­rechte geltend machen kann, werden Menschen­rechte nicht selten als bloße „Zielsätze“ relati­viert. Schlimmer noch: Manchmal werden sie einfach verweigert oder sehenden Auges verletzt und müssen dann hart erkämpft werden.

Zugang zum Recht durch Film

Der DMFP macht Menschenrechte anschaulich und erfahrbar. Weil die Filme aber auch aufrütteln sollen, ermutigen sie zugleich die Zuschauer, selbst aktiv zu werden. Anwältinnen und Anwälte kämpfen für die Rechte, erklären sie aber auch. „Anwältinnen und Anwälte in Schulen“ ist ein Beispiel dafür (s. AnwBl 2016, 752). Schließlich sollte kein Jugendlicher die Schule verlassen, „ohne zu wissen, warum die Menschenwürde in Artikel 1 unseres Grundgesetzes verankert ist“, schrieb Bundespräsident Dr. Joachim Gauck in seinem Grußwort zum 10. Verleihung des Preises. Das ist ein Auftrag auch für die Deutsche Anwaltschaft.

Fast 400 Einsendungen erreichten die Jury. In sechs Kategorien hatte die Jury zu wählen, von Amateur bis Profi, Kurz - und Langfilm. Widerhall fanden insbesondere die politischen Jahresthemen: Flucht, Ankommen in Deutschland und Integration von Flüchtlingen. Marko Junghänel, der Gesamtkoordinator des Wettbewerbs war höchst zufrieden: „Ein starker Wettbewerbsjahrgang, der sich vor allem durch eine sehr deutliche Haltung und Positionierung der Regisseurinnen und Regisseure auszeichnet.“ Aber auch der Festredner der Nürnberger Preisverleihung fand klare Worte in seiner Festrede: „Man wird Europa einmal daran messen, wie es mit den Flüchtlingen umgegangen ist“, meint Prof. Dr. Heribert Prantl. „Staaten haben Botschafter mit Schlips und Kragen. Die Menschenrechte haben auch Botschafter, nur kommen die meist nicht so elegant daher – es sind die Geflüchteten und Asylbewerber.“ Daher sei es wichtig den „entheimateten Menschen ihre Heimat wiederzugeben“. Aeham Ahmad, der als „Pianist in den Trümmern“ bekannt gewordene Musiker aus Syrien, begleitete die Preisverleihung musikalisch. Ahmad, selbst Träger des Beethoven-Menschenrechtspreises, berichtete den 450 Gästen, warum er an die Kraft der Musik glaubt.

Botschafter für die Menschenrechte

In Berlin lud die Deutsche Anwaltauskunft im Januar 2017 auf den roten Teppich ein. Ein Profi-Fotograf schoss Bilder von den Gästen, die anschließend unter www.anwaltsaukunft.de geteilt und herunterladen geladen werden konnten. Im Kino empfing radioeins-Filmjournalist Knut Elstermann die überwiegend jungen Besucherinnen und Besucher zur "Langen Nacht des Deutschen Menschenrechts-Filmpreis". Gezeigt wurden ausgewählte Preisträgerfilme des Wettbewerbs. Die anwesenden Filmschaffenden gaben Auskunft über die Motivation für die Auswahl ihrer Themen.

Lesenswert ist die Jubiläumsbroschüre, die die Veran­stalter anlässlich der 10. Preis­ver­leihung veröffent­licht haben. Die 18 Veran­stalter, darunter bundesweit tätige Organi­sa­tionen der Menschen­rechts-, Bildungs-, Kultur- und Medien­arbeit, religiöse und kirch­liche Organi­sa­tionen sowie kommunale Einrich­tungen, geben darin einen kompakten Überblick über Geschichte, Menschen und Themen aus zehn Wettbe­werbs­runden. Der DAV gehört – als einziger juris­ti­scher Berufs­verband – seit 2010 zu den Mitver­an­staltern.


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