Deutscher Anwaltstag 2018

Fehler­kultur und Risiko­ma­na­gement

Risiken in der Kanzlei ermitteln und minimieren

Auch Prof. Dr. Martin Diller, als Rechts­anwalt zuständig für das Risiko­ma­na­gement bei der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart, plädierte für mündliche Kommu­ni­kation – vor allem, wenn es darum geht, Fehler einzu­ge­stehen: „Schreiben Sie keine Mail – rufen Sie ihren Mandanten an, erklären sie ihm das Problem, dass sie die Fehler­quelle erkannt und abgestellt haben“, sagte er. Und riet dazu, bei Schwie­rig­keiten einen Spezia­listen heran­zu­ziehen oder Mandanten an einen Kollegen zu empfehlen, bei dem deren Fall besser aufge­hoben ist. „Jede Kanzlei sollte ihre Risiken ermitteln und sich fragen, wie wahrscheinlich sie sind, welche Auswir­kungen sie haben und wie man sie minimieren kann“, sagte er. Dann zeige sich, dass der Verlust des Ansehens genauso wichtig sei wie technische Fehler – auch, weil dieses Risiko nicht zu versi­chern sei. Wenn eine Sozietät einmal durch unethi­sches Verhalten auffalle, dann sei es für einen Anwalt schwer, auszu­steigen. Es sei eine Heraus­for­derung aber enorm wichtig, von Anfang an zu erkennen, ob ein Mandant geneigt ist, in korrupte Geschäfte abzudriften. Die unseriösen Mandate fingen immer sehr seriös an.


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