DAV-Schülerwett­bewerb 2019

Klappe. Action. Grund­gesetz.

Am 9. Mai 2019 war es für die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DAV-Schülerwettbewerbs 2018/2019 soweit – bei der Preisverleihung im Kino in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte wurden die ersten drei Plätze ausgezeichnet. Ihre Urkunden wurden den Schülerinnen und Schüler gemeinsam von DAV-Präsidiumsmitglied Ulrich Schellenberg und dem Journalisten und Podcaster Tilo Jung (Jung&Naiv) überreicht. Im Anschluss konnten das Publikum die drei herausragenden Beiträge dann auf einer Kinoleinwand bestaunen.

Zu Beginn zeigte sich Ulrich Schel­lenberg begeistert von dem Engagement der Gruppen zum Thema Grund­gesetz und betonte „Ich muss euch offen­sichtlich gar nicht mehr viel dazu erzählen, denn ihr habt in euren Beiträgen ganz wunderbar gezeigt, wie gut ihr euch mit dem Grund­gesetz auskennt.“ Dazu erklärte er die wichtige Rolle der Anwalt­schaft bei der Überprüfung der Einhaltung der Grund­rechte von staat­licher Seite. Auch der Schirmherr des Wettbe­werbs, Präsident des Bundes­ver­fas­sungs­ge­richts Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Voßkuhle, ermutigte die Schüler in seinem schriftlich übermit­telten Grußwort sich für die Errun­gen­schaften des demokra­ti­schen Verfas­sungs­staates einzu­setzen.

Tilo Jung, bekannt durch seine unkon­ven­tio­nellen Inter­views mit Spitzen­po­li­tikern und kriti­schen Rückfragen in der Bundes­pres­se­kon­ferenz (alles auf Youtube), hielt im Anschluss als Vorsit­zender der Fachjury die Laudatio auf die drei Preisträgergruppen. Auch er ging dabei kurz auf die Rolle, die das Grund­gesetz für seine Berufs­gruppe spielt, ein. Die journa­lis­tische Arbeit, wie er sie ausübt, wird bekann­termaßen über die Meinungs- und Presse­freiheit geschützt. Zugleich müssen Journa­listen aber auch kritisch beobachten, ob die Grund­rechte tatsächlich einge­halten werden oder nur auf dem Papier bestehen. Gerade beim Thema Onlineüberwa­chung über WhatsApp und soziale Medien müsse man unbedingt hellhörig sein und genau hinschauen, gerade auch als junger Mensch.

Im Mittel­punkt der Veran­staltung standen aber natürlich die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbe­werbs mit ihren prämierten Beiträgen. Mit dem ersten Preis wurde die Rechts­kunde AG bestehend aus Viertklässlern der Köllerholz Schule in Bochum ausge­zeichnet. Die Jury sei sofort absolut begeistert gewesen von der Idee, die verschie­denen betei­ligten Insti­tu­tionen an einem Gesetz­ge­bungs­ver­fahren schau­spie­le­risch so unter­haltsam in Szene zu setzen, so Tilo Jung. Die zweit­plat­zierte Schülergruppe des Droste-Hülshoff-Gymna­siums (Berlin) habe wiederum überzeugt, weil sie über drei Inter­views mit Zeitzeugen aus unter­schied­lichen Regimen, die alle heute in Deutschland leben, den Wert des Grund­ge­setzes heraus­ar­bei­teten. Der dritte Platz ging an das Manfred-von-Ardenne-Gymnasium (Berlin) und stach wegen der kreativen Behandlung der Grund­rechte wie Meinungs­freiheit, Post- und Fernmel­de­ge­heimnis, aber auch dem Verbot von Zwangs­arbeit heraus. „Damit sprechen die ausge­zeich­neten Beiträge drei unter­schied­liche Aspekte des Grund­ge­setzes an und zeigen die ganze Vielsei­tigkeit unserer Verfassung“, so Jung.

Die extra aus Bochum angereisten Grundschüler überraschten auch mit ihrer Dankesrede das Publikum: Der Preis beim Schülerwett­bewerb sei bereits ihr zweiter Erfolg, nachdem sie zuvor ein von ihnen heraus­ge­for­dertes Gymnasium aus Bochum in einem Debat­tier­wett­bewerb geschlagen haben. Die Idee, schon in der Grund­schule eine Rechts-AG anzubieten, sei von vielen Seiten zunächst belächelt worden. Mittler­weile werde das Projekt aber unter anderem von Nordrhein-Westfalens Justiz­mi­nister Peter Biesenbach unterstützt.

Am Ende der Veran­staltung stellte Rechtsanwältin Christina Gavric den anwesenden Schülergruppen ihre Arbeit als Straf­ver­tei­di­gerin in Berlin vor und zeigte auf, welche Rolle das Grund­gesetz bei der Vertretung von mutmaßlichen Krimi­nellen spielt. In der anschließenden Diskussion besprochen Gavric und Jung dann gemeinsam mit den Kindern, welche Grund­rechte möglicher­weise noch fehlen im Grund­gesetz. Dabei wurde insbe­sondere der explizite Schutz von Kinder­rechten angesprochen, ein Thema, das sich im derzei­tigen Koali­ti­ons­vertrag wieder­findet und zudem sich der DAV-Verfas­sungs­rechts­aus­schuss bereits engagiert.

Jungen Menschen die Arbeit der Anwaltschaft vorzustellen ist und bleibt ein Kernanliegen des DAV. „Hierzu müssen wir neben solchen erfolgreichen Wettbewerben unbedingt auch das DAV-Projekt ‚Anwältinnen und Anwälte in Schulen‘ weiter ausbauen“, so Ulrich Schellenberg im Anschluss der Veranstaltung. 

Hier finden Sie die Videos der Preisträgerinnen und Preisträger:

 

1. Platz des DAV-Schülerwett­be­werbs 2019 - Die 4. Klasse der Köllerholz Schule aus Bochum

2. Platz des DAV-Schülerwett­be­werbs 2019 - Das Droste-Hülshoff-Gymnasium aus Berlin

3. Platz des DAV-Schülerwett­be­werbs 2019 - Das Manfred-von-Ardenne-Gymnasium aus Berlin


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