Anwaltverein

DAV ehrt Mechtild Düsing mit dem Maria-Otto-Preis

Der Deutsche Anwaltverein hat am 11. September 2019 den Maria-Otto-Preis zum siebten Mal in Berlin verliehen. Rechtsanwältin Mechtild Düsing aus Münster wurde für ihren jahrelangen Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen im Anwaltsberuf und der Gesellschaft ausgezeichnet. Ohne sie wären heuten weniger Anwältinnen im DAV an verantwortungsvollen Stellen aktiv.

Rund 150 Gäste kamen am Mittwo­chabend in die Berliner Villa Elisabeth. Unter ihnen Vertre­te­rinnen und Vertreter aus Politik, dem Bundes­jus­tiz­mi­nis­terium, befreun­deter Verbände und Organi­sa­tionen und dem DAV-Vorstand. Der Preis wird in Form eines Kunst­werks, den „Torso“ von Suse Weber verliehen.

Mechtild Düsing: Vorbild, Feministin, Kämpferin

In ihrer Laudatio zeichnete Bettina Schausten (stellvertretende Chefredakteurin des ZDF und Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles) ein Bild von Düsings Leben und ihrem Lebenswerk: „jung, ungestüm, links, weiblich“. Das Männlichkeitsgetue, die Chauvisprüchen und der Muff der sexuellen Ungleichheit „ging der Studentin Düsing schon damals total auf den Geist“, so Schausten weiter. Düsing verkörpere einen „wunderbar unverstellten, pragmatischen und authentischen Feminismus, der sie zum Vorbild für die Nachfolgerinnen ihrer Zunft macht“. Und machte das an ganz konkreten Beispielen aus dem Leben von Mechtild Düsing deutlich (siehe dazu den Original-Auszug aus der Laudation Bettina Schausten). Sie zählte zahlreiche Errungenschaften in Düsings Lebensweg auf wie die Numerus-Clausus- oder die Milchquoten-Prozesse, die sie vor dem Europäischen Gerichtshof gewann. „Eine besondere Frau, eine herausragende Rechtsanwältin und eine überaus würdige Preisträgerin des Maria-Otto-Preises.“ Mehr zu Düsings Leben im Interview mit dem Anwaltsblatt.

Die DAV-Präsidentin Edith Kindermann – erste Anwältin an der Spitze des DAV – würdigte Mechtild Düsing ehren­amt­liches Engagement im DAV. „Mit der diesjährigen Preisträgerin wird eine unermüdliche Kämpferin geehrt – eine Frau, die wichtige Themen in unserem Verein angestoßen hat“, sagte Kindermann. In Sachen Gender­ge­rech­tigkeit brauche sich der DAV danke ihres Einsatzes heute nicht verstecken.

Die Preisträgerin Mechtild Düsing: Anwältin aus Leiden­schaft

Mechtild Düsing wurde 1972 nach dem Studium der Rechts­wis­sen­schaft an den Universitäten Münster und München als Anwältin zugelassen. Sie arbeitete zunächst als Einzelanwältin und gründete kurze Zeit später zusammen mit zwei Anwälten die Kanzlei Meister­ernst Düsing Manstetten. Von 1983 bis 2014 war sie zudem Notarin. Ihren ersten Fachan­walts­titel bekam Düsing 1988 für das Verwal­tungs­recht. 2006 wurde sie Fachanwältin für Erbrecht und 2010 Fachanwältin für Agrar­recht. Dem Vorstand des Deutschen Anwalt­vereins gehörte sie von 2005  bis 2009 und von 2011 bis zum Anwaltstag 2019 an. Düsing wurde 2004 die Gründungs­vor­sit­zende der Arbeits­ge­mein­schaft Anwältinnen und setzte sich fortan für die Gleich­be­rech­tigung der Frauen im Verband und darüber hinaus ein. So war sie auch Initia­torin des DAV-Genderaus­schusses. Düsing ist aber auch eine überra­gende Verfas­sungs- und Europa­recht­lerin. Sie hat viele Verfahren vor den Europäischen Gerichten gewonnen und gehört dem DAV-Verfas­sungs­rechts­aus­schuss seit 2011 an.

In ihrer Dankesrede schaute auch Düsing auf ihre Anfänge als Anwältin und den Weg der Frauen in der Anwaltschaft zurück. Vor allem warnte sie, dass das erkämpfte Recht der Frauen nicht wieder an Bedeutung verlieren darf. Der Frauenanteil in den Parlamenten sei bereits rückläufig. Sie warb daher für Parität in den Parlamenten. Das müsste der Gesetzgeber sicherstellen


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