AG Anwältinnen

„Mitten ins Herz“ – Gleichheitsillusionen in Familie und Beruf

Die Umgebung der Hörsaalruine des medizinhistorischen Museums der Charité in Berlin bot für den ersten Tag der 24. Anwältinnenkonferenz Mitte Oktober 2017 den inspirierenden Rahmen für Fachvorträge, Sprach- und Körpertraining sowie Anregungen für das Kanzleimanagement.

Nach Grußworten der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen im DAV, Silvia C. Groppler, würdigte der Berliner Kammerpräsidenten Dr. Marcus Mollnau die Arbeit der AG Anwältinnen und betonte die Wichtigkeit der Sachkunde von Anwältinnen für die Gestaltung der Zukunft der Anwaltschaft. Das Fachprogramm eröffnete ein Vortrag der Rechtsmedizinerin Dr. Mona Furth über die Gewaltschutzambulanz der Charité die Konferenz. Gegründet 2014 bietet die Gewaltschutzambulanz für Opfer häuslicher Gewalt die Möglichkeit der medizinischen Betreuung, der Beratung  sowie der gerichtsfesten Dokumentation der Gewaltfolgen.

 

Anschließend waren die Teilnehmerinnen aufgerufen, sich ein wenig zu bewegen. Mit der Sprach- und Körpertrainerin Viola Morlinghaus wurden in Rollenspielen die Auswirkungen der unterschiedlichen Standpositionen auf die Wirkung des Sprechens geübt und beobachtet. Auch die Wirkung von Mimik und Gestik wurde thematisiert. Monika Nöhre, Schlichterin der Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft und ehemalige Präsidentin des Kammergerichts, berichtete über die Arbeit der Schlichtungsstelle. Sie warb bei der Anwaltschaft dafür, bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten zwischen Mandant und Anwalt von sich aus die Schlichtungsstelle vorzuschlagen. Als vorletzten Programmpunkt am ersten Tag der Konferenz ging es in das medizinhistorische Museum selbst, wo die Teilnehmerinnen im Rahmen eines Workshops mit dem Inhalt des Museums vertraut gemacht wurden. Beim Empfang mit Buffet begrüßte Silvia C. Groppler Prof. Dr. Cornelia Koppetsch als Gastrednerin, die zum Thema Gleichheitsillusionen in Familie und Beruf referierte. Sie zog das ernüchternde Fazit dass trotz beruflichen Erfolgen von Frauen sich an der traditionellen Rollenverteilung nicht viel geändert habe. Hier gäbe es noch einiges zu tun - und zwar auf beiden Geschlechterseiten.   

Anwältin als Chefin

Der zweite Tag der Tagung – jetzt im Hotel Mercure - startete mit der Mitgliederversammlung, die Neuigkeiten in personeller Hinsicht brachte. Dr. Eva-Dorothee Leinemann, die langjährige stellvertretende Vorsitzende der AG Anwältinnen, sowie Rechtsanwältin Gabriele Ostermeier schieden auf eigenen Wunsch aus dem geschäftsführenden Ausschuss aus. Neu in den Ausschuss wählte die Mitgliederversammlung Rechtsanwältin Dr. Alexandra Nöth sowie Rechtsanwältin Christina Dillenburg.  Im folgenden Fachprogramm referierte Kati Kunze, in der Reihe „Anwältin als Chefin“  zum Thema „Richtig kündigen in der Kanzlei“. Sie wies auf die Fallstricke bei einer Kündigung hin und zeigte Möglichkeiten, diese zu umgehen. Im Anschluss brachte Ulrike Silbermann (Mitglied im DAV-Ausschuss Elektronischer Rechtsverkehr) die Teilnehmerinnen auf den neuesten Stand beim beA. DAV-Vizepräsidentin Edith Kindermann informierte über versteckte Fallen beim Vergleichsabschluss und wies für die als Mediatorin tätige Anwältin auf die potentielle Gefahr der Haftung nach den Maßstäben der Anwaltshaftung hin. Abschließend referierte Susanne Reif zum Mehrwert von Qualitätsmanagementsystemen in der Rechtsberatung.

 


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