Verkehrsrecht

Reha-Management – wenn es richtig läuft, hilft es dem Anwalt

Was machen Reha-Manager?

Stefan Lauer ist Geschäftsführer der Rehacare GmbH, einem der ersten Anbieter auf dem Markt. Seit 1998 hat das Unter­nehmen mehr als 10.000 Fälle bearbeitet. Das Spektrum der Verlet­zungen ist sehr weit. Auf der einen Seite sind es die Personen, die nach einem Unfall etwa im Rollstuhl sitzen müssen. Und auf der anderen Seite Menschen, die nur relativ geringfügige Verlet­zungen davon getragen haben, aber sich trotzdem, weil sie im Beruf stark körperlich belastet sind – wie zum Beispiel als Gerüstbauer oder Fliesen­leger –, nun nach einem anderen Beruf umschauen müssen.

Dabei ist die Unterstützung der Reha-Manager sehr weit gefasst. „Der 45-jährige Fliesen­leger hat vielleicht seine letzte Bewerbung mit 16 geschrieben. Auch dabei helfen wir ihm“, sagt Stefan Lauer. Nach Gesprächen mit dem Geschädigten entwi­ckeln die Reha-Manager einen ausführlichen Reha-Plan, der allen Betei­ligten, also dem Geschädigten selbst, seinem Anwalt und der Versi­cherung zeitgleich vorgelegt wird. Erst wenn der Geschädigte und die Versi­cherung zustimmen, wird der Plan dann schritt­weise umgesetzt.

Gibt es Versuche die Arbeit zu beein­flussen? Stefan Lauer hat das schon erlebt. „Nicht nur Versi­che­rungen, sondern auch andere Betei­ligten möchten zum Beispiel unsere Berichte am liebsten als erste in Händen halten.“ Stefan Lauer muss sich dann gegen eine Zusam­men­arbeit entscheiden. „Anbieter müssen unabhängig, neutral und nur dem Rehabi­li­ta­ti­onsziel verpflichtet sein. Deshalb ist auch der Beirat als Kontrol­lin­stanz so wichtig.“ Rehacare wurde als einer der ersten Anbieter von der AG Verkehrs­recht anerkannt. Das Unter­nehmen gehört zum Allianz-Konzern. Auch deshalb ist es wichtig, über den Code-of-Conduct und den Beirat klar zu stellen, dass hier unabhängig agiert werden kann.

Auch bei der Allianz findet das Konzept große Zustimmung. Nur derjenige, der sich anerkennen lasse, schaffe bei den teilweise sehr schwer geschädigten Unfallopfern Vertrauen, stellt Karl-Heinz Zuleger, Reha-Experte bei der Allianz, fest. Für Zuleger ist gerade die Insti­tution des Beirates sehr wichtig. „Der Beirat prüft den Dienst­leister und hält diesen gegebe­nen­falls an, sich an verein­barte Regeln des Reha Management zu halten.“

Manch ein Geschädigter mag gehemmt sein, sich auf das Angebot des Rehama­na­ge­ments einzu­lassen. Diese Hemmung sei verständlich, findet DAV-Geschäftsführerin Bettina Bachmann. „Anwälte sollten im Schadensfall dennoch für den Geschädigten immer auch die Option eines Rehadi­enstes prüfen.“ Denn die Zusam­men­arbeit mit einem anerkannten Dienst kann im Fall der Fälle für alle Betei­ligten ein Gewinn sein.

 

 


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