Die Geschichte des DAV

Von Bamberg (1871) nach Coburg (1949)

Der Deutsche Anwaltverein wird 2021 auf 150 Jahre zurückblicken. Gegründet wurde der DAV als Verein der Rechtsanwälte am 25. August 1871. Nach der Gleichschaltung und Auflösung 1933 wurde er am 26. September 1948 als Anwaltverein der Anwaltvereine wieder begründet. Das Anwaltsblatt übrigens 1914 als Beilage zur Juristischen Wochenschrift des DAV eingeführt und seit 1926 als Anwaltsblatt verselbständigt - wird bis zum Jubiläumsanwaltstag 2021 jeden Monat an die Geschichte des DAV und der Anwaltschaft erinnern. Christian Bommarius wirft zum Start einen Blick auf Gründung (mehr bei Rabe, Anwbl 2011, 593) und Wiedergründung (mehr bei Busse, AnwBl 2014, 205, 917).

Wie in Bamberg und Coburg DAV-Geschichte geschrieben wurde

Bamberg und Coburg sind verbunden durch die Landschaft Oberfrankens, getrennt durch 40,21 Kilometer (Luftlinie) und geschieden durch die Geschichte des Deutschen Anwaltvereins. Als im August 1871 im Bamberger Prachtbau Concordia 169 Anwälte zusammenkamen, um nach Gründung des Reiches den Deutschen Anwaltverein aus der Taufe zu heben, benötigten sie dafür fünf Stunden, dann wandten sie sich, wie die Lokalzeitung schrieb, einem gemeinschaftlichen Mittagsmahl zu, zogen abends auf die nahegelegene Altenburg, feierten mit „trefflich ausgeführten Gesang- und Instrumentalvorträgen“ und beschlossen das Fest mit einem Feuerwerk. Als vier Jahre nach der Befreiung Deutschlands und wenige Tage nach Inkrafttreten des Grundgesetzes der Deutsche Anwaltverein auferstand, kamen die Anwälte in Coburg zusammen, das ausgewählt worden war, weil die Stadt – wie es in der Einladung hieß- „schön“ und „unzerstört“ war. „Sämtliche Veranstaltungen“ fanden im „Coburger Hofbräu“ statt, über die Stimmung der Teilnehmer wurde nicht berichtet. Eine Vermutung: Sie wird gedämpft gewesen sein. Jeder wusste, dass Carl-Eduard, der letzte regierende Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha und als erster ehemals regierender Fürst öffentlicher Unterstützer der Nazis, noch vor wenigen Jahren im Hofbräu Adolf Hitler gehuldigt und auf der Veste Coburg die Hakenkreuzflagge gehisst hatte. Einen düstereren Ort hätte der DAV für seine Auferstehung kaum wählen können. Für Coburg sprach nur: Es war unzerstört und der Anwaltverein Coburg machte aus dem Deutschen Anwaltverein Nord-Weste wieder den Deutschen Anwaltverein.


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