Wer sind die „richtigen“ Eltern eines Kindes?

Welche Rolle spielt der Staat?

In der Podiums­dis­kussion, an der auch Minis­te­rialrätin Dr. Daniela Goerdeler vom Bundes­jus­tiz­mi­nis­terium teilnahm, ging es unter anderem darum, ob allein­ste­henden Müttern die Repro­duk­ti­ons­me­dizin verwehrt werden solle, weil das Kind ein Recht auf zwei Eltern habe. Dann müsse man ja auch alle Kinder von allein­ste­henden Frauen, die sich weigern, den Vater preis­zu­geben, in Obhut nehmen, wurde aus dem Publikum angemerkt und die Frage gestellt, welche Rolle der Staat in einer Gesell­schaft gegenüber der Familie habe. Soll er Gefahren abwehren oder sich wie eine Gouver­nante für bestimmte Lebens­kon­zep­tionen gerieren? Besonders schwierig stellt sich das Thema Leihmut­ter­schaft dar. Die komplexe Proble­matik wurde nur sehr zaghaft angefasst, obwohl auch hier dringender Handlungs­bedarf besteht. Auf jeden Fall sollten Erfah­rungen aus anderen Ländern, in denen sie erlaubt ist, ausge­wertet werden. In der teils kontrovers geführten Diskussion, die Prof. Dr. Tobias Helms von der Philipps-Universität Marburg moderierte, war man sich in einem Punkt einig: bei allen künftigen Rechtsänderungen, die wegen des Ausein­an­der­fallens von biolo­gi­scher, sozialer und recht­licher Eltern­schaft geboten zu sein scheinen, muss das Wohl des Kindes im Vorder­grund stehen.


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