Anwaltsrecht

Kleine BRAO-Reform: Briefwahl für Kammervorstand kommt

Die kleine BRAO-Reform bringt zudem eine wichtige Änderung für das Zulassungsverfahren von Syndikusrechtsanwälten. Bisher war das Syndikusgesetz von 2016 so gestrickt, dass die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung erst mit der Zulassung möglich wird. Für die Dauer des Zulassungsverfahren muss in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt werden. Folgen sind Versicherungsruinen. Die kleine BRAO-Reform schafft nun eine Fiktion: Die Mitgliedschaft in der Kammer wird rückwirkend mit der Stellung des Zulassungsantrags wirksam, so dass die Befreiung zurückwirkt. Die Dauer des Zulassungsverfahrens ist damit für den Antragssteller nicht mehr erheblich. Die Details erläutert das Anwaltsblatt in einem Aufsatz (Offermann-Burckart, AnwBl Online 2017, 238).

Für alle Anwältinnen und Anwälte können auch die Neuerungen bei der Handakte in § 50 BRAO von Bedeutung sein. Die Totalrevision der Norm schafft aber keine Veränderungen, die Anwälte und Anwältinnen schrecken müssen (siehe dazu ausführlich aus dem nächste Woche erscheinenden April-Heft des Anwaltsblatt: Bräuer, AnwBl 2017, 440).


Die weitere Kanzlei: Neue Möglichkeiten zur Gestaltung

Und dann gibt es noch eine Variante in der kleinen BRAO-Reform, die zumindest kreative Anwältinnen und Anwälte dazu nützen können, nun ihre aufsichtsführende Rechtsanwaltskammer auszuwählen. Der Gesetzgeber schafft in § 27 BRAO die weitere Kanzlei. Was auf den ersten Blick eine eher unspektakuläre Anpassung in der kleinen BRAO-Reform ist, bietet nun ein faktisches Wahlrecht. Worauf  Anwältinnen und Anwälte zu achten haben, erläutert der Aufsatz des Anwaltsblatts (Offermann-Burckart, AnwBl Online 2017, 238).


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