Logo Anwaltsblatt

Aufsätze

PraxisWissen Juni/2019: Alle Aufsätze im Überblick

Alle Aufsätze des Juni-Hefts in ausführlicher Langfassung zu den Themen: Legal Tech, wann der Anwalt einen Vertreter braucht, wenn Gerichte Fehler machen, Digita­li­sierung und der Perso­nal­bedarf von Kanzleien, Rechts­dog­matik uvm.

 


Wenn (und wann) der Rechtsanwalt einen Vertreter braucht

Autorin: Rechtsanwältin Dr. Susanne Offermann-Burckart, Greven­broich

Der § 53 BRAO zur Bestellung eines Vertreters gehört zu den Normen in der BRAO, die die meisten Anwältinnen und Anwälte nicht kennen, zumindest aber nicht leben. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn es keiner mitbekommt – denn dann drohen auch keine berufsrechtlichen Sanktionen (wie die Rüge). Gleichwohl sollten Anwältinnen und Anwälte wissen, was das Berufsrecht von ihnen verlangt, wenn sie sich länger als eine Woche von ihrer Kanzlei entfernen oder länger als eine Woche den Beruf nicht ausüben können. ... AnwBl 2019, 342 (pdf)

 

Legal Tech als Instrument der Anwalt­schaft – kein Regulie­rungs­bedarf: Ist Legal Tech eine neue Rechts­dienst­leistung – oder nur eine Spielart anwalt­licher Tätigkeit?

Autor: Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Kiel

Die Diskussion um die Regulierung von Legal Tech ist voll im Gange. Nicht nur in der Fachöffentlichkeit, den Online-Foren der Anwaltschaft und den Universitäten (siehe dazu in diesem Heft den Bericht der Forschungsstelle der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, Podmogilnij/Timmermann, AnwBl Online 2019, 436, Zusammenfassung AnwBl 2019, 348): Sondern demnächst auch im Deutschen Bundestag aufgrund eines Gesetzentwurfs der FDP-Fraktion (Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Rechtsdienstleistungsrechts vom 17. April 2019, BT-Drs. 19/9527). Doch die Frage bleibt: Bedarf es wirklich einer Regulierung von Legal Tech? Der Autor warnt vor voreiligen Schritten. ... AnwBl Online 2019, 434 (pdf)

 

Legal Tech – eine Schärfung der Konturen: Wie die Digitalisierung das Recht und den
Rechtsdienstleistungsmarkt verändert

Autoren: Valeria Podmo­gilnij, Berlin und Daniel Timmermann, Berlin

Die FDP-Bundestagsfraktion hat einen Gesetzentwurf zur Regulierung von Legal Tech vorgelegt. Automatisierte Rechtsdienstleistungen sollen im RDG auch für Nicht-Anwälte mit Sachkunde als registrierte Anbieter freigestellt werden. Die Diskussion läuft also auf Hochtouren. Doch was ist Legal Tech eigentlich? Die vielen Stränge der Diskussion fassen die Autoren zusammen. Sie versuchen die Insellandschaft der Produkte und Geschäftsmodelle neu zu sortieren. Der strukturierte Blick zeigt: Technischer Fortschritt hat Recht und Rechtsrat schon immer verändert. Und Anwältinnen und Anwälte werden nicht überflüssig. ... AnwBl Online 2019, 436 (pdf)  

 

Digita­li­sierung verändert den quali­ta­tiven Perso­nal­bedarf von Kanzleien: Neue Karrie­rewege entstehen in Kanzleien – Team- und Kommu­ni­ka­tionsfähigkeit wichtig

Autoren: Prof. Dr. Monika Huesmann, Felix Herter, Jenniffa Mengis, Sebastian-Timon Berger, Katharina Bomke, Sement Aküzüm, alle HWR Berlin

Die Diskussionen der Auswirkungen von Digitalisierung auf Rechtsanwaltskanzleien drehen sich meist um die Frage, wie sich der Markt für Rechtsdienstleistungen ändern wird und wie die Entwicklung von legal tech sich auswirken werden. Doch tatsächlich reichen die Folgen der Digitalisierung viel weiter: Legal Tech ist für die einen Kanzleien eine Bedrohung, für die anderen einen Chance. Meist geht es um die Frage, wie sich der Markt für Rechtsdienstleistungen ändern wird. Doch tatsächlich reichen die Folgen der Digitalisierung viel weiter: Wie müssen die juristischen und nicht-juristischen Mitarbeiter einer Kanzlei der Zukunft aussehen? Welches Profil wird gefordert? Wie müssen die Teams in Kanzleien aussehen? Im Rahmen der Vorlesung Personalmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin haben fünf Studierende aus den Studiengängen Wirtschaftsrecht und Business Administration den Einfluss der Digitalisierung des Rechtsmarkts auf den qualitativen Personalbedarf von Rechtsanwaltskanzleien untersucht. ... AnwBl Online 2019, 349 (pdf)

 

Und es geht doch: Struk­tu­rierter Partei­vortrag – Werkstatt­be­richt Nr. 2: Projekt-AG an der Deutschen Universität für Verwal­tungs­wis­sen­schaften in Speyer

Autoren: Prof. Dr. em. Maximilian Herberger, Saarbrücken und Dr. Ralf Köbler, Präsident des Landge­richts Darmstadt

Das Schlagwort „strukturierter Parteivortrag“ spaltet die Rechtspraxis. Für die einen ist eine frühe Aufbereitung des Streitstoffs mithilfe von Software eine Innovation, die anderen fürchten um ihre Freiheit und Unabhängigkeit. An der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer beschäftigt sich eine Projekt-AG mit technischen Lösungen zum Strukturieren von Parteivortrag. Im Anschluss an den Werkstattbericht in AnwBl Online 2018, 399 (Mai-Heft) berichten die Organisatoren, wie der Laborversuch weitergegangen ist. ... AnwBl 2019, 351 (pdf)

 

Vom aktio­nen­recht­lichen Denken zur Priva­ti­sierung der Strei­tent­scheidung: Gedan­ken­splitter zur Rückläufigkeit der Verfahren vor den Zivil­ge­richten

Autor: Prof. Dr. Christoph G. Paulus, Berlin

Der Befund wird seit langem beklagt: Die Zahl der Zivilverfahren ist rückläufig. Über die Gründe wird immer wieder spekuliert. Die Streitschlichtung scheint es nicht zu sein, so Monika Nöhre (AnwBl 2019, 91). Doch was ist dann der Auslöser für rückläufige Eingangs- und Rechtsmittelzahlen? Der Autor wirft einen Blick auf 2.000 Jahre Rechtsgeschichte. Sein These: Der Prozess verliert an Bedeutung, weil das materielle Recht sich seit dem 19. Jahrhundert verselbständigt hat, die Ausbildung das Streiten nicht mehr fördert und daher nun neue Methoden der Konfliktbeilegung selbst dort als effizienter empfunden werden, wo sie früher undenkbar waren – wie im Insolvenzrecht. Ein Beitrag, der Lust zum Lesen macht, weil er das Klein-klein des juristischen Alltags in einen größeren Zusammenhang stellt. ... AnwBl 2019, 444 (pdf)

 

Ist das rechtsdogmatische Zeitalter vorbei?: Die Vielfalt des Rechts kann auch Juristen überfordern
– Rechtsdogmatik als Mittel für ein besseres Recht

Autor: Professor Dr. Peter A. Windel, Bochum

Wenn aus Dogmata Dogmatismus wird, hat die Dogmatik verspielt. Wenn Anwältinnen und Anwälte das Recht anwenden, führen dogmatische Argumente immer seltener zum Ziel. Denn auch Richterinnen und Richter scheuen inzwischen Rechtsdogmatik. Und selbst in der Juristenausbildung ist Rechtsdogmatik heute verrufen und nur noch etwas für Liebhaber – gelehrt, aber folgenlos. Der Autor wirbt dafür, den Wert der Rechtsdogmatik im Recht wieder zu erkennen – und gerade da fruchtbar zu machen, wo Recht als undogmatisch erscheint. Denn wenn die Juristen die Strukturen des Rechts erkennen, kann das Recht besser werden – und der Rechtspolitik den Reformbedarf aufzeigen. Ein theoretisches Thema für Praktiker. ... AnwBl 2019, 447 (pdf)

 

Wann der Anwalt sich auf den Mandanten nicht verlassen darf … Infor­ma­ti­ons­be­schaffung: Das Wechsel­spiel zwischen Anwalt und Mandant

Autor: Rechts­anwalt und Syndi­kus­rechts­anwalt Dr. Joachim Ramm, Wiesbaden

Das Urteil hat viel Aufregung verursacht: Können sich Anwältinnen und Anwälte auf die Richtigkeit der Informationen verlassen, die von ihrem Mandanten kommen? Der BGH sagt: Nicht immer, nämlich dann, wenn es um Rechtstatsachen handelt. Der Zugangszeitpunkt einer Kündigung ist daher sowohl im Sachverhalt als auch in der Bewertung des Sachverhalts genau zu ermitteln. Was das Urteil für die Praxis von Anwältinnen und Anwälten bedeutet, erläutert der Autor. ... AnwBl 2019, 453 (pdf)

 

Die Fortbildung von Fachanwälten durch wissen­schaft­liches Publi­zieren: Das „Ob“ hat der BGH entschieden, die Zweifels­fragen liegen eher beim „Wie“

Autor: Rechts­anwalt Dr. Bernd Lorenz, Essen

Fortbilden muss sich jede Anwältin und jeder Anwalt. Allerdings: Nur bei Fachanwälten ist Umfang (15 Zeitstunden im Jahr) und Art der Fortbildung geregelt. Neben der hörenden oder dozierenden Teilnahme an fachspezifischen Veranstaltungen oder dem Selbststudium mit Lernerfolgskontrolle gehört dazu auch das wissenschaftliche Publizieren (§ 15 FAO). Wann ein Beitrag als wissenschaftliche Publikation in Betracht kommt, hat der BGH längst entschieden (BGH AnwBl Online 2016, 554). Offen ist aber noch immer, wie die Anerkennung erfolgt, was in Zweifelsfällen passiert und ob eine Zweitveröffentlichung von Aufsätzen zu Werbezwecken auf der eigenen Website des Fachanwalts zulässig ist. ... AnwBl 2019, 455 (pdf)

 


Zurück