Einen Wunsch Vieler erfüllt der Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur: Ab Januar 2017 gibt es auch Antworten. Auf die Ethikfragen wird jeweils ein Mitglied des Ausschusses seine ganz persönliche Einschätzung formulieren. Es geht nicht darum, die „richtige“ Antwort zu finden, sondern eine Variante einer möglichen Antwort zu präsentieren. Sie soll Anstoß zum Nachdenken geben. Die Leserinnen und Leser dürfen erwidern – oder auch wie bisher selbst antworten.

Der DAV-Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur stellt seit dem Januar-Heft 2012 in jeder Ausgabe des Anwaltsblatts eine Ethikfrage zur Diskussion. Er will so eine Debatte darüber führen und auslösen, ob die anwaltliche Tätigkeit auch ethischen Maßstäben unterliegt, und wenn ja, welchen. Zum Hintergrund: Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins hat beschlossen, keinen Ethikkodex zu formulieren. Eine beständige Diskussion um ethische Fragen vermag das Problembewusstsein mehr zu prägen und zu schärfen.

 

Ein Rechtsanwalt hat mit seinem Mandanten eine Gebührenvereinbarung nach Stundenaufwand zu einem bestimmten Stundensatz vereinbart. Bei der Abrechnung beziehungsweise deren Überprüfung stellt sich heraus, dass der Rechtsanwalt so viele Stunden abgerechnet hat, dass dies mit einer großzügig berechneten täglichen Arbeitszeit nicht mehr zu vereinbaren ist. Der Rechtsanwalt rechtfertigt seinen Gebührenanspruch damit, dass ihn die bearbeitete Sache selbstverständlich nicht nur während der üblichen Arbeitszeiten und während seiner Anwesenheit in seiner Kanzlei beschäftigen würde. Vielmehr würde er gedanklich an dem fraglichen Fall auch bei Autofahrten, Zugfahrten und während seiner Freizeit arbeiten. Deshalb sei es gerechtfertigt, auch diese Stunden gegenüber dem Mandanten abzurechnen. Lesen

Die Rechtsanwälte A, B und C haben mit anderen Interessierten einen „Anlegerschutzverein“ gegründet. Dieser Anlegerschutzverein wendet sich an vermeintlich geschädigte Kapitalanleger und erweckt nach außen den Eindruck, geschädigten Kapitalanlegern Informationen anzubieten und deren Interessen zu fördern. Im Rahmen dieser Informationen werden bestimmte Anwaltskanzleien empfohlen, darunter diejenigen der Rechtsanwälte A, B und C, die den Verein mitgegründet haben. Lesen

Es kommt immer wieder vor: Der Mandant wünscht unbedingt ein konkretes Ergebnis in einem Gefälligkeitsgutachten. Ist es unethisch, wenn wesentliche Risiken vernachlässigt werden? Lesen

 

Der DAV-Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur stellte seit fünf Jahren jeden Monat eine Ethikfrage im Anwaltsblatt. Und was antworten die Leserinnen und Leser? Sie zeigen viel Selbstsicherheit. Lesen

 

Dem DAV-Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur gehören die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Dr. Jörg Meister (Vorsitzender), Dr. Joachim Frhr. von Falkenhausen, Prof. Niko Härting, Markus Hartung, Petra Heinicke, Hartmut Kilger, Ingeborg Rakete-Dombek (auch Notarin), Eghard Teichmann (auch Notar) und Silke Waterschek an.