Konfliktzone Zivilprozess und Kanzlei-Workflow

Wer nicht wagt, ...

Die Zivilprozessordnung bietet viel mehr Möglichkeiten für eine kreative Verfahrensgestaltung als viele Anwältinnen und Anwälte glauben, davon sind Rechtsanwalt Prof. Dr. Christian Duve und Rechtsreferendar Nicholas Schoch überzeugt. Klar ist: Manchmal müssen Richterinnen und Richter mitspielen – wer aber als Prozessvertreter nicht weiß, was er alles anregen kann, kommt gar nicht erst ins Spiel.

Wenn Mandanten nur „ihren“ Anwalt, „ihre“ Anwältin an der Seite bei Gericht haben wollen ist es ärgerlich, wenn das Gericht bei einer Terminsverlegung nicht mitmacht. Rechtsanwalt Ulrich Fischer wirbt für mehr Kooperation zwischen Anwaltschaft und Richterschaft.

 

 

Die Zivilprozessordnung mag in die Jahre gekommen sein: Tatsächlich ist sie in den vergangenen Jahren in vielen kleinen Schritten moderner geworden als viele Praktiker in der Anwaltschaft und in den Gerichten glauben. Die ZPO bietet bereits heute viele Möglichkeiten für eine effiziente Verfahrensgestaltung – vorausgesetzt, dass Anwältinnen und Anwälte sie kennen und Richterinnen und Richter sie am Ende auch nutzen. Der Beitrag gibt viele Anregungen für die Anwaltspraxis und erläutert, wie die neuen Möglichkeiten der ZPO auch für die alternative Streitbeilegung genutzt werden können. Weiter ...

Rechtsanwalt Prof. Dr. Christian Duve und Rechtsreferendar Nicholas Schoch, Frankfurt am Main

 

 

Ein Beschluss des BAG hat 2016 nicht nur in Großkanzleien für viel Aufregung gesorgt: Das BAG hatte terminiert, der sachbearbeitende Anwalt aus der Großkanzlei hatte sofort um Terminsverlegung wegen einer geschäftlichen Auslandsreise gebeten – und was machte das BAG? Es lehnte ab. Es blieben ja noch sechs Monate, damit sich ein Vertreter in das – wohl komplexe – Verfahren einarbeiten könne (zitiert nach Nägele, NZA-Editorial 11/2016, Seite III, BAG, Beschluss vom 22. März 2016 – 2 AZR 700/15). In der Tat: Terminierungen und Gesuche nach Terminsverlegung sind ein dauernder Konfliktpunkt zwischen Richterschaft und Anwaltschaft. Der Autor stellt – unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsrechts – den rechtlichen Rahmen dar und gibt Hinweise, wie ein vernünftiger Ausgleich zwischen den Interessen des Mandanten, der Anwaltschaft und der Richterschaft erreicht werden kann. Dabei geht er auch auf den Wandel auf Anwaltsmarkt ein: Die Mobilität gerade von Spezialisten hat zugenommen und zugleich haben Mandanten immer seltener Verständnis für Unterbevollmächtigungen und Vertretungslösungen. Weiter ...

Rechtsanwalt Ulrich Fischer, Frankfurt am Main

 

 

 

Kanzlei-Workflow und Change-Management

Aus der haftungsvermeidenden Büroorganisation ist längst das dienstleistungsorientierte Anwaltsmanagement geworden. Das beA stellt nun jede Kanzlei vor die Herausforderung, die eingefahrenen Abläufe zu überprüfen. Warum das vor allem eine Chance ist, erläutert die Ilona Cosack.

Wie kann man im stressigen Kanzleialltag all die lebensklugen Tipps aus den Management-Büchern umsetzen? Sebastian Quirmbach geht einen neuen Weg. Was Change-Management ist, erläutert er konkret am Beispiel der Web-Akte und wie sie in einer Kanzlei eingeführt werden könnte.

 

 

Die Arbeitsabläufe in Anwaltskanzleien sind auf Sicherheit und Beständigkeit ausgerichtet. Das scharfe Haftungsrecht für Anwältinnen und Anwälte prägt bis heute die Büroorganisation. Doch die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verschont die Kanzleien nicht: Marketing, Kommunikation und Recherche laufen längst digital, das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) wird nun auch die Kommunikation mit den Gerichten ändern. Ein guter Zeitpunkt also, die Workflows in der Kanzlei auf den Prüfstand zu stellen. Denn Haftungsvermeidung reicht heute als Organisationsziel nicht mehr aus. Die Autorin – erfahrene Anwaltsberaterin – gibt eine Fülle von konkreten Tipps für die Überprüfung der Kanzleiabläufe und das eigene Anwaltsmanagement. Weiter ...

Ilona Cosack, Mainz

 

 

Veränderung ist die Instabilität zwischen zwei Stabilitäten. Sie ist die Phase, in der das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht gefestigt ist. „Leading Change“ – (durch) Veränderung führen – bedeutet, den Übergang von Altem zu Neuem zielgerichtet zu steuern. Anlässe zur Veränderung gibt es im deutschen Anwaltsmarkt zuhauf: Digitalisierung, Legal Tech, Social Media, Internationalisierung, künstliche Intelligenz, wachsende Konkurrenz und vieles mehr. Hinzu kommen für viele Kanzleien auch noch interne Veränderungen, wie zum Beispiel Kanzleinachfolge, Fluktuation von Mitarbeitern oder Veränderungen in der Mandantenstruktur. Wer diese Prozesse nicht (pro-)aktiv steuert, wird früher oder später von der Veränderungswelle weggespült. Um es mit den Worten des Musikers und Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan zu sagen: „You better start swimming, or you’ll sink like a stone“ (aus „The Times, They Are A’Changin’“). Mit klar strukturiertem Change-Management können sich Kanzleien jedoch behaupten und die Veränderung als Marktchance nutzen. Der Autor gibt konkrete Tipps. Als Beispiel hat er sich die Einführung einer Webakte gewählt – also keine ganz große Innovation, aber doch eine grundlegende. Weiter ...

Sebastian Quirmbach, Bonn

 

 

 

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