Rechtsverordnung endlich da: Der Zertifizierte Mediator kommt 2017

 

Das Bundesjustizministerium hat vier Jahre nach dem Mediationsgesetz von 2012 nun die „Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren“ erlassen: Ab dem 1. September 2017 wird es damit den Zertifizierten Mediator geben. Die Rechtsverordnung (abgekürzt ZMediatAusbV) soll die Qualität der Mediationsleistungen und das Vertrauen in Mediationsverfahren stärken. Der „Zertifizierte Mediator“ soll zu einem Gütesiegel werden. Die Verordnung wurde überraschend und leise bereits am 31. August 2016 verkündet. Der Vorlauf von einem Jahr soll sicherstellen, dass sich die Ausbildungseinrichtungen und der Mediationsmarkt auf die neue Regelung einstellen können. Der Titel „Zertifizierter Mediator“ darf nicht vor dem 1. September 2017 verwendet werden.

Was der „Zertifizierte Mediator“ – so wie ihn die neue Rechtsverordnung regelt ‒ für den deutschen Markt der Mediation bedeutet, erläutern Prof. Dr. Horst Eidenmüller (Oxford) und PD Dr. Martin Fries (München) in ihrem Aufsatz „Entwicklung und Regulierung des deutschen Mediationsmarkts“ (Januar-Heft, AnwBl 2017, 23). Ihr Fazit: Die Verordnung wird den deutschen Mediationsmarkt nicht voranbringen. Die Details der Verordnung und wie nicht nur Anwältinnen und Anwälte „Zertifizierte Mediatoren“ werden (und bleiben) können, stellt Rechtsanwalt und Mediator Michael Plassmann (Berlin) in seinem Aufsatz „‘Zertifzierung light‘ – Verbraucher und Mediatoren in der Zertifizierungsfalle?“ vor (Januar-Heft, AnwBl 2017, 26). Sein Fazit: Der „Zertifizierte Mediator“ könnte am Ende den Erwartungen des Publikums nicht entsprechen.

 

 

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