Bundesrechtsanwaltskammer

BRAK hat neuen Präsidenten: Ulrich Wessels folgt auf Ekkehart Schäfer

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat am 28. Mai 2018 auf einer außerordentlichen Präsidentenkonferenz den zweiten BRAK-Vizepräsidenten Dr. Ulrich Wessels zum neuen Präsidenten gewählt. Der Rechtsanwalt und Notar aus Münster (Jahrgang 1959) wird die Nachfolge von Ekkehart Schäfer (Jahrgang 1947) antreten, der seit September 2015 an der Spitze der BRAK stand. Neuer BRAK-Vizepräsident wird Rechtsanwalt André Haug, Präsident der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe.

Ekkehart Schäfer hört vorzeitig auf

Die Nachfolgewahl war nötig, weil der bisherige Präsident Ekkehart Schäfer Anfang Mai überraschend seinen Rücktritt angekündigt und dafür gesundheitliche Gründe angeführt hat (das Anwaltsblatt hatte berichtet). Die Präsidentinnen und Präsidenten der 27 regionalen Rechtsanwaltskammern und der Rechtsanwaltskammer beim BGH mit 22 zu 26 Stimmen Ulrich Wessels.

Schäfers vierjährige Amtszeit wäre nächstes Jahr zu Ende gegangen. Er wird sein Amt aber erst zum 14. September 2018 nieder­legen, um dem nun neu gewählten Präsidenten genügend Zeit zur Einar­beitung verschaffen zu können. Das ist der Termin, an dem die nächste große BRAK-Haupt­ver­sammlung turnusmäßig statt­finden soll.

 

Zur Person Ulrich Wessels

Dr. Ulrich Wessels war als 2. Vizepräsident seit 2015 Mitglied des BRAK Präsidiums. Dem Vorstand der Rechts­an­walts­kammer Hamm gehört er seit 1994 an. 2001 wurde er Schatz­meister der Kammer. 2012 folgte er als Präsident der Rechts­an­walts­kammer Hamm auf Rechts­anwalt und Notar a.D. Dr. Dieter Finzel. Als Fachanwalt für Famili­en­recht und für Verwal­tungs­recht hat er seinen Tätigkeits­schwer­punkt im zivil- und verwal­tungs­recht­lichen Bereich und gehört einer mittelständischen Sozietät an. Er gilt als Kenner des anwalt­lichen Berufs­rechts und ist im BRAK-Präsidium unter anderem für die Bereiche BRAO und BORA, Anwalts­notare und Rechts­dienst­leis­tungs­gesetz zuständig.

Im Anwaltsblatt hat er im März 2018 seinen Vortrag zur Vermeidung von Interessenkollisionen bei der Mandatsannahme auf der Jahrestagung des Instituts für Anwaltsrecht Köln aus dem November 2017 veröffentlicht (Wessels, AnwBl 2018, 153). Auf der Jahrestagung des Kölner Anwaltsinstituts 2015 hatte er sich über die (dann gescheiterte) sanktionierte Fortbildungspflicht für alle Anwältinnen und Anwälte kritisch geäußert. In seinem Beitrag für das Anwaltsblatt zog er das folgende Fazit: „Im Ergebnis darf man einer sanktionierten Fortbildungspflicht durchaus mit Zurückhaltung und Skepsis begegnen.“ (Wessels, AnwBl 2016, 302). Als Aufgabe seiner Präsidentschaft nennt die Presseerklärung der BRAK, dass sich Ulrich Wessels für einen eigenen Datenschutzbeauftragten für die Anwaltschaft einsetzen will und sich gegen die Aushöhlung des Mandatsgeheimnisses zum Beispiel durch Meldepflichten bei Steuergestaltungsmodellen wendet. Zur Zukunft des besonderen elektronischen Anwaltspostfach (beA) enthält die Presseerklärung keine Aussage.

 

Wer folgt ins BRAK-Präsidium nach?

Ulrich Wessels macht durch seinen Wechsel im September an die Spitze der BRAK einen Platz im BRAK-Präsidium frei. Die Kammerpräsiden­tinnen und Kammerpräsidenten haben Rechts­anwalt André Haug gewählt, der Präsident der Rechts­an­walts­kammer Karlsruhe ist. Er ist Partner einer mittelständischen Kanzlei in Mannheim und im Bereich des gewerb­lichen Rechts­schutzes.

 


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