Porträt

Andreas Bahner: Spezia­li­sierung im Baurecht

Building Information Modeling

Andreas Bahners Antwort auf diese Heraus­for­derung heißt abgekürzt BIM, Building Infor­mation Modeling. BIM ist ein auf einem 3D-Modell basie­render Prozess, der Archi­tekten, Ingenieuren, Bauun­ter­nehmern und allen weiteren Betei­ligten Infor­ma­tionen und Werkzeuge für effiziente Planung, Entwurf, Konstruktion und Verwaltung von Gebäuden und Infra­struktur bereit­stellt. „Führt im Bauplan etwa eine Leitung durch eine tragende Wand, dann sieht man einen solchen Fehler in BIM sofort“, sagt Bahner, „lange, bevor der erste Bagger kommt.“ Seit das Bundes­ver­kehrs­mi­nis­terium und die Deutsche Bahn als große Auftrag­geber kürzlich feststellten, dass „Digitale Techno­logien (…) zu Kosten­wahrheit, Kosten­trans­parenz, Effizienz und Termin­treue entscheidend beitragen“ können, hat das Thema die Nerd-Nische verlassen, in der es lange ausharren musste. BIM wird aktuell bei Stuttgart 21 einge­setzt – exempla­risch an zwei Brückenbau­vor­haben. Sogar CDU und SPD in Berlin haben im Koali­ti­ons­vertrag die Vorzüge von BIM festge­halten.

Es helfe, Kosten zu reduzieren, und minimiere die Risiken von Kosten und Terminüberschrei­tungen. „Deshalb werden wir BIM baldmöglichst bei allen neu zu planenden Verkehrs­in­fra­struk­tur­pro­jekten zur Anwendung bringen“. An politi­schen Vorsätzen fehlt es demnach also nicht. Um die anwalt­liche Rolle und die recht­lichen Fragen im BIM kümmert sich Andreas Bahner bereits seit Jahren – wiegelt aber auch ein wenig ab. „Man kann sich damit einen Namen machen, aber noch nicht so viel Geschäft.“ Seine wachsende Expertise in BIM ist eine Inves­tition in die Zukunft. Manchmal geht es schlicht darum, unter den ersten zu sein.

Zur Erschließung eines poten­ziell neuen Geschäftsge­bietes genüge es, mit einem ersten Schritt zu beginnen und „einfach mal zu machen.“ Bahner zügelt seine Begeis­terung für BIM noch ein wenig, aber er erwartet, dass die Digita­li­sierung der Bauplanung und -abwicklung durch BIM auch seine Rolle als Anwalt verändert. „Es gibt erst eine Handvoll Pilot­pro­jekte, eine Überflutung des Marktes ist noch nicht zu befürchten.“ Wenn BIM aber da ist, dann sei es denkbar, dass der Anwalt noch viel früher in den Bauprozess einge­bunden würde als heute. „Aus juris­ti­scher Sicht wäre es ideal, direkt zu Beginn mit der Beratungs­leistung beginnen zu können und bei der Vertrags­er­stellung und -gestaltung invol­viert zu sein.“ So könnten Anwälte künftig Risiken besser analy­sieren und viel Streit vermeiden.


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