Porträt

Andreas Bahner: Spezia­li­sierung im Baurecht

Bis BIM Alltag wird, redet Bahner schon mal viel darüber – etwa während seiner Vorlesung an der Uni Wuppertal. Bahner knüpft an zwei Enden Kontakt – auf der fachlichen und der mensch­lichen. Ein bisschen Fußballwissen hier in der Power-Point-Präsentation, ein paar persönliche Worte dort, unterfüttert von einer klaren Sprache und Sicherheit im Vortrag, machen ihn so sehr zum Lehrer, dass Bahners langjähriger Berufs­wunsch, Pädagoge zu werden, nur noch einleuchten kann. „Als Oberstu­fenschüler war ich sicher, Sprachen zu studieren und dann zu unter­richten“, sagt Bahner, „auch das Schreiben hat mir sehr zugesagt“. Als der 18-Jährige eines Morgens am Frühstückstisch verkündet, Jura studieren zu wollen, überrascht das den eigenen Vater am meisten, der Famili­en­rechts­anwalt bei Mühldorf am Inn war, wo Bahner auch geboren ist. Ausge­rechnet Andreas, der die Sport­be­richt­er­stattung für den lokalen Eishockey­verein übernimmt, der Schlagzeug spielt, mit dem Jazzstudium liebäugelt, gerne schreibt und sich für die Ausbildung an Journa­lis­ten­schulen inter­es­siert. Vielleicht ahnt Bahner da schon, dass Sprachgefühl, Rhythmus und Konzen­tration über eine lange Zeit Fähigkeiten sind, die einen im Anwalts­beruf weit bringen können. Nach einer Deutsch­land­reise durch Uni-Städte, die ihn inter­es­sieren, immatri­ku­liert er sich in Tübingen: Weit genug weg von zu Hause, nicht zu unübersichtlich und angesehen. Mit dem Studium selbst fremdelt er ein wenig, „ab einem bestimmten Punkt nahm das Gefühl überhand, es einfach nur noch durch­ziehen zu wollen“, sagt Bahner heute – eine selten ehrliche und deswegen umso wertvollere Einschätzung. „Mit der Doktor­arbeit aber war dieses Gefühl vorbei. Da bin ich ins Schreiben gekommen, hatte Zeit und Muße. Und heute, im Job, bin ich enorm froh, damals durch­ge­halten zu haben.“

 

Bahners Rolle im Bauprozess ist heute die eines Beraters, aufmerk­samen Begleiters, Sparring­partners und natürlich des Prozess­ver­treters vor allem für Auftrag­nehmer im privaten Baurecht. Dazu zählen die Geschäftsführer kleiner und größerer Bauun­ter­nehmen, Archi­tekten, Bauleiter. „Da geht es oft hemdsärmelig zu, sehr bodenständig, kernig und direkt, das imponiert mir“, sagt Bahner. „Bei meinen Mandanten handelt es sich um einen Menschen­schlag, der mir gefällt, der nicht labert, sondern macht.“

Erklärt Bahner ihnen einen Sachzu­sam­menhang und die Gründe seiner Einschätzung ganz präzise, dann erreicht er damit die Zufrie­denheit, die er sich für den Mandanten wünscht. „Mit Kompetenz und Freund­lichkeit kann man im privaten Baurecht langjährige Bezie­hungen aufbauen.“ Wie wusste er, dass es ausge­rechnet dieses Milieu ist, das ihm zusagte? „Ich habe mich vorher mit dem Gesell­schafts­recht ausein­an­der­ge­setzt und fand das sehr spannend. Es war mir ab einem bestimmten Punkt aber einfach zu abstrakt“, sagt Bahner. „Ich mag es handfester.

Wenn ich zu einem Gebäude hinfahren und es angucken kann, dann sagt mir das zu. Und manchmal, auf der Baustelle, kann man auch mal mitschimpfen mit dem Mandanten und muss nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage legen.“ Am Ende gehe es darum, dem Mandanten Sicherheit zu geben, glaubt Bahner – und sich ansonsten eher im Hinter­grund zu halten und zu beraten. „Hier müsst ihr Kosten geltend machen, hier reagieren, hier noch eine Anzeige verfassen“. Man müsse sich ein Verständnis dafür erarbeiten, wie auf Baustelle gearbeitet und geredet wird. „Ein bisschen Baustel­len­psy­cho­logie müssen Sie schon betreiben.“


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