Infos zum Jurastudium

Berufe für Juristen und Juris­tinnen

Gezeichnete Richterin vor einer Waage und gelbem Hintergrund.

Spannende und zugleich lukrative Berufe wie Fachanwälte, Syndikusanwalt oder Richter sind für viele ein Anreiz, Jura zu studieren. Doch welche alltäglichen Aufgaben sind eigentlich mit den verschiedenen juristischen Berufen verbunden? Wie viel verdient man? Und welche Qualifikationen setzen sie voraus? Das Anwaltsblatt informiert nachfolgend über die Qualifikationsvoraussetzungen, Aufgaben und Gehälter der Berufe für ausgebildete Juristinnen und Juristen.

Richter oder Richterin werden

Eine der beruf­lichen Möglich­keiten für Vollju­risten ist eine Tätigkeit im öffent­lichen Dienst, beispiels­weise als Richterin oder Richter. Als Teil der Justiz ist der Arbeit­geber dann der Staat.

In Gerichts­ver­fahren haben Richter den Vorsitz über die Verhandlung und fällen am Ende das Urteil, was eine hohe Verant­wortung bedeutet. Sie erlassen zudem richter­liche Beschlüsse für Maßnahmen der Staats­an­walt­schaft oder der Polizei. So muss etwa die Überwa­chung eines Telefons richterlich genehmigt werden. Zum Arbeit­salltag von Richtern gehört daneben auch die regelmäßige Bearbeitung der Fallakten.

Voraussetzung, um das Richteramt ergreifen zu dürfen, ist ein Führungszeugnis ohne eingetragene Vorstrafen. Außerdem wird ein Prädikatsexamen verlangt. Das bedeutet: mindestens 9 Punkte in den Staatsexamina.
Vor der Ernennung zum Richter auf Lebenszeit müssen die Anwärterinnen und Anwärter zudem eine Probezeit absolvieren. Die Länge der Probezeit variiert je nach Bundesland und liegt zwischen drei und fünf Jahren.

Staats­anwalt oder Staatsanwältin werden

Staatsanwälte sind ebenso wie Richter ein Teil der Justiz. Das bedeutet, sie sind in der öffentlichen Rechtspflege tätig.
Zu den Aufgaben eines Staatsanwalts oder einer Staatsanwältin gehört es, vor Gericht das Gesetz zu vertreten und im Plädoyer eine Forderung nach Strafe und Strafmaß oder Freispruch zu stellen. Dazu müssen sich die Staatsanwälte eine möglichst objektive Meinung über den Fall bilden. Ihre Erkenntnisse halten sie in der sogenannten Fallakte fest.

Staatsanwälte leiten Ermitt­lungen und holen richter­liche Beschlüsse ein. Diese benötigen sie zum Beispiel für Wohnungs­durch­su­chungen. Je nach dem Ergebnis ihrer Ermitt­lungen stellt die Staats­an­walt­schaft die Ermittlung entweder ein oder erhebt Anklage vor Gericht.

Auch für den Dienst als Teil der Staats­an­walt­schaft müssen die Bewer­be­rinnen und Bewerber ein Prädikatsexamen vorweisen können. Sie dürfen keine Vorstrafen haben und müssen ebenso wie die Anwärterinnen und Anwärter auf das Richteramt eine Probezeit absol­vieren. Die Dauer der Probezeit liegt je nach Bundesland zwischen drei und fünf Jahren.

Gezeichneter Richter mit Hammer und Waagen.
Wollt ihr Richter werden, dann benötigt ihr ein lupenreines Führungszeugnis.

Rechts­anwalt oder Rechtsanwältin werden

Rechtsanwälte beraten ihre Mandanten und Mandantinnen. Hierfür recherchieren sie ihre Fälle zunächst und bearbeiten sie in den Akten.
Bei der Gerichtsverhandlung vertritt der Rechtsanwalt die Interessen seiner Mandanten. Während der Verhandlung versucht er, das Urteil des Gerichts durch seine Argumentation zugunsten des Mandanten ausfallen zu lassen.

Bevor ein Rechtsanwalt tätig werden darf, benötigt er eine Zulassung. Hierfür ist eine Anmeldung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer erforderlich. Erst nach Erstellung der Zulassung durch die Anwaltskammer darf der Anwalt oder die Anwältin praktizieren.
Die Rechte und Pflichten von Anwälten sind in der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) festgelegt. Rechtsanwälte können sowohl selbstständig als auch festangestellt tätig sein.

Anfor­de­rungen der Kanzleien

Viele Juris­tinnen und Juristen inter­es­sieren sich nach dem Studium für eine Tätigkeit in einer Großkanzlei. Dort sind sie festan­ge­stellt und erhalten zumeist Spitzengehälter. Dafür stellen die inter­na­tional agierenden Kanzleien auch hohe Anfor­de­rungen an die Bewer­be­rinnen und Bewerber.

So ist etwa zusätzlich zum Prädikatsexamen ein Master of Laws (LL.M.) gern gesehen. Idealerweise hatte der Masterstudiengang zudem einen wirtschaftlichen Fokus und wurde im englischsprachigen Ausland erworben. Hervorragende Englischkenntnisse sind für große Kanzleien wichtig, da sie häufig Kunden mit internationalen Standorten betreuen.
Darüber hinaus kann ein Fachanwaltstitel in internationalem Wirtschaftsrecht ein Vorteil sein. Denn auch Kanzleien sind Unternehmen, die wirtschaftlich agieren müssen. Eine ökonomische Denkweise ist daher gern gesehen.


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