Hambur­gi­scher Anwalt­verein

Ein umtrie­biger Verein – der wächst

Der Anwalt­verein wandelt sich mit den Zeiten

So dachten die Organi­sa­toren des 1904 gegründeten Hambur­gi­schen Anwalt­vereins nicht zu jeder Epoche. Das sei auch nicht nötig gewesen, sagt Claudia Leicht. „Die Zeiten für Anwälte waren mal wesentlich ruhiger.“ Sie erinnert sich noch an große Ordner voller Bewer­bungen. Damals kamen die Mitglieder, blätterten sie durch und schrieben sich die Infor­ma­tionen der Kandi­daten daraus ab. Heute gibt es eine Online-Stellenbörse. Auch Schulte kennt Anekdoten von früher: „Freitagnach­mittags war manchmal schon Feier­abend für Anwälte“. Er zeigt auf einen Zeitungs­ar­tikel an einer Wand des Anwalt­vereins. Darauf berichtet das Hamburger Abend­blatt über einen Anwaltsball in den 1950er Jahren. Männer im Smoking und Frauen im Abend­kleid sind darauf zu sehen. „Die schlossen dann am Freitagnach­mittag ihre Kanzleien, weil sie sich für den Ball frisch machen mussten“, sagt er. Heute wäre das absolut undenkbar.

Die Bälle der Hamburger Juristen gibt es aber immer noch. Heute finden sie an Samstagen statt und gehören zu den belieb­testen Veran­stal­tungen. Auch Leicht und Schulte freuen sich auf die Nächte mit gutem Essen, Liveband und DJ-Programm. Es läge auch an solchen Zusammenkünften, dass Hamburger Anwälte, Richter, Staatsanwälte und Notare Netzwerke schaffen.

Für Leicht als Geschäftsführerin gehe es stets darum heraus­zu­finden, was Anwältinnen und Anwälte wirklich wollen und brauchen für ihre Karriere. Für sie steht fest, dass es über das reine Vermitteln von Wissen hinausgeht. Auch Andreas Schulte ist froh, dass der Verein alles andere als eine Alther­ren­ver­an­staltung ist. So war es vielleicht einmal. So wird es aber nie mehr sein.

 


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