Interview

Fehler­kultur – was ist das?

Das Motto des Anwaltstags bezieht sich auch auf die Rechtspflege. Das umfasst Richterinnen und Richter. Ein Wort zur Fehlerkultur in der Justiz?

Fehler­kultur ist dort genauso wichtig. Das Vertrauen in die Justiz muss gesichert werden, in Teilen muss die Justiz es zurückgewinnen. Das gelingt, wenn ich zum Teil offen­sicht­liche Fehler als offen­sicht­liche Fehler bezeichnen kann. Gute Kommu­ni­kation – ebenso gegenüber den Rechts­su­chenden – gehört dazu.

Eine Schlussfrage: Die Arbeitsgemeinschaft Kanzleimanagement wird auf dem Anwaltstag fragen: Mein schönster Fehler und was ich daraus gemacht habe? Welcher war Ihr schönster Fehler?

Ich habe Fehler gemacht, die überhaupt nicht schön sind. Lehrreich war für mich der Fall, als eine fertige und unter­schriebene Berufungsbegründung bei einem Schränkchen in die Ritze an der Wand gerutscht ist. Sie ist nie bei Gericht einge­gangen. Keiner hat es in der Kanzlei verstanden. Die Ritze haben wir dann später abgeklebt.

Was hat der Mandant gesagt?

Der Mandant war nicht begeistert. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass die Berufung keine Aussicht auf Erfolg gehabt hätte.

 


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