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Frauen­anteil bei den Syndi­kus­rechtsanwälten wächst weiter

Die große Mitgliederstatistik 2018 der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) zeigt, dass der Frauenanteil in der Gruppe der Syndikusrechtsanwälte weiter wächst. Bei den ausschließlich als „Syndikusrechtsanwalt“ zugelassenen 1.982 Anwältinnen und Anwälten überwiegt zum 1. Januar 2018 sogar – wie auch schon zum 1. Januar 2017 – der Anteil der Frauen mit 1.084 Snydikusanwältinnen (Vorjahr: 519). Das entspricht einem Frauenanteil von 54,7 Prozent. Was die Statistik auch zeigt: Mehr als ein Viertel aller Anwältinnen und Anwälte haben mindestens einen Fachanwaltstitel (44.215). Davon sind fast ein Drittel Fachanwältinnen. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen wie schon im Vorjahr die Fachanwaltschaften für Arbeitsrecht und Familienrecht. Dabei bleibt die Fachanwaltschaft für das Familienrecht ganz klar eine Frauendomäne. Ganz anders das Bild bei der Fachanwaltschaft für Bau- und Architektenrecht: Hier dominieren Anwälte.

Die Bundes­rechts­an­walts­kammer (BRAK) hat vor kurzem mit der großen Mitglie­der­sta­tistik weitere statis­tische Zahlen zur deutschen Anwalt­schaft vorgelegt. Diese zeigen: Der Frauen­anteil in der Gesamt­an­walt­schaft ist zwar nur noch leicht von 34,37 Prozent auf 34,77 Prozent zum Stichtag 1. Januar 2018 angestiegen (2016: 33,97 Prozent). In der Gruppe der ausschließlich als „Syndi­kus­rechts­anwalt“ zugelas­senen Anwältinnen und Anwälten gibt es dagegen weiterhin mehr Frauen als Männer (54,69 Prozent, 2017: 54,23 Prozent). Auch bei den Anwältinnen und Anwälten mit Doppel­zu­lassung als „Syndi­kus­rechts­anwalt“ und „Rechts­anwalt“ ist der Frauen­anteil mit 43,37 Prozent leicht gestiegen (Vorjahr: 42,83 Prozent). Bei den Neuzu­las­sungen scheinen die Frauen aber aufgeholt zu haben, wie eine Übersicht zu Zu- und Abgängen der Rechts­an­walts­kammern für das Jahr 2016 zeigt. Hier ist das Verhältnis fast 50 zu 50.

Weniger Anwaltsnotare – aber mehr Anwaltsnotarinnen

Auch für das Anwalts­no­tariat entscheiden sich immer mehr Frauen. Auffällig: Zum Stichtag 1. Januar 2018 gab es 5.485 Anwalts­no­ta­rinnen und Anwalts­notare. Die Zahl ist gegenüber den Vorjahren weiter gesunken (2017: 5.570, 2016: 5.602). Die Zahl der Anwalts­no­ta­rinnen steigt aber von 775 in 2016, auf 833 im Jahr 2017 und auf 904 zum 1. Januar 2018 weiter.

PartG und Anwalts-GmbH nach wie vor beliebt

Die Partner­schafts­ge­sell­schaft (PartG) liegt nach wie vor im Trend. Zum 1. Januar 2018 zählte die BRAK insgesamt 4.797 PartG (im Vorjahr: 4.700). Von ihnen hatten 1.983 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Berufs­haftung weiter­gehend als PartGmbB zu beschränken (2017: 1.814). Die meisten Partner­schafts­ge­sell­schaften sind in München (694), in Düsseldorf (539) und in Hamburg (390) gegründet worden. Auch die Zahl der zugelas­senen Anwalts-GmbHs ist gestiegen: von 825 in 2017 auf 884 in 2018. Als LLP waren 145 Kanzleien zugelassen. Weniger als noch im Vorjahr (155). Es gab darüber hinaus 987 ausländische Rechtsanwälte (2017: 932).

Unterwegs als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer

Von den Anwältinnen und Anwälten hatten 2.154 zugleich eine Zulassung als Steuer­be­rater (Vorjahr: 2.151), 552 als Wirtschaftsprüfer (Vorjahr: 639) und 386 als verei­digte Buchprüfer (Vorjahr: 402).

Mehr als ein Viertel der Anwältinnen und Anwälte sind Fachanwälte

Inter­essante Zahlen zu den Fachan­walt­schaften hat die BRAK in ihrer Fachan­walts­sta­tistik 2018 vorgelegt. 26,9 Prozent der zugelas­senen Anwälte und Anwältinnen haben mindestens einen Fachan­walts­titel. Das ist ein minimaler Anstieg gegenüber dem Vorjahr (26,4 Prozent). Damit haben 44.215 Anwältinnen und Anwälte (darunter 13.763 Anwältinnen) einen oder bis zu drei Fachan­walts­titel erworben (Vorjahr: 43.421). Die Gesamtzahl der erwor­benen Fachan­walt­schaften beträgt nunmehr 55.274 (Vorjahr: 53.886).

Spitzen­reiter bei den Fachan­walt­schaften bleibt das Arbeits­recht. Hier gibt es 10.601 Fachanwälte und Fachanwältinnen (Vorjahr: 10.370). Ähnlich beliebt: die Fachan­walt­schaft für Famili­en­recht mit 9.529 Fachanwälten und Fachanwältinnen (Vorjahr: 9.516). Gefolgt von den Plätzen drei und vier für die Fachan­walt­schaften für Steuer­recht (4.942, Vorjahr: 4.944) und für Verkehrs­recht (3.987, Vorjahr: 3.814) und fünf und sechs für die Fachan­walt­schaften für Miet- und Wohnrecht (3.691, Vorjahr: 3.479) und für Straf­recht (3.553, Vorjahr: 3.448).

Wie auch schon in den Jahren zuvor verzeichnet die Fachan­walt­schaft für Famili­en­recht mit Abstand den größten Frauen­anteil (57,72 Prozent, 2017: 57,53 Prozent). Fachanwältinnen sind nach wie vor auch in den Fachan­walt­schaften für Sozial­recht (43,27 Prozent, 2017: 43,19 Prozent) und Medizin­recht (39,08 Prozent, 39,66 Prozent) stark vertreten. Die wenigsten Frauen gibt es bei den Fachanwälten für Bau- und Archi­tek­ten­recht. Hier haben sich nur 426 Anwältinnen für diese Fachan­walt­schaft entschieden (14,55 Prozent). Auch das Agrar­recht (15,76 Prozent) und das Verkehrs­recht (17,23 Prozent) bleiben nach wie vor Domänen der Männer.

Spannend ist auch ein Blick auf die Verteilung der Fachanwälte in den einzelnen Kammer­be­zirken. Die meisten Fachanwälte gibt es München (4.892), gefolgt von Hamm (4.672), Frankfurt (3.707) und Berlin (3.155).

Kleine Mitgliederstatistik

Die BRAK hatte bereits im Frühjahr neue Zahlen zur Anwaltschaft veröffentlicht („Kleine Mitgliederstatistik, das Anwaltsblatt hatte ausführlich berichtet). Zum Stichtag 1. Januar 2018 wurden genau 165.855 zugelassene Mitglieder gezählt. Die Gesamtzahl der Kammermitglieder hatte sich gegenüber dem Vorjahr um lediglich 317 erhöht. Darin enthalten sind neben der stark wachsenden Gruppe der Syndikusrechtsanwälte unter anderem auch die zugelassenen Kanzleien in Form der Anwalts-GmbH, der Anwalts-AG und der Anwalts-UG. Die Statistik offenbarte wie schon im Vorjahr leicht sinkende Zahlen bei den niedergelassenen Anwältinnen und Anwälten und zeigte gleichzeitig einen Zuwachs in der Gruppe der Syndikusrechtsanwälte. Die nun vorgelegte große Mitgliederstatistik schlüsselt auch nach Geschlechtern auf und gibt weitere Detailinformationen. Auf der Website der BRAK gibt es keine Statistik für die Zu- und Abgänge in 2017.

Sämtliche Statistiken hat die BRAK unter www.brak.de veröffentlicht.


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