In der Anwaltschaft wird mehr als anderswo gearbeitet

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten im Vergleich mehr als andere Berufstätige. Ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 51,1 Stunden und liegt damit rund zehn Stunden über der aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Das geht aus der Studie „Anwaltstätigkeit der Gegenwart“ des Soldan Instituts hervor, an der sich 1.593 Anwältinnen und Anwälte beteiligt haben. Die Ergebnisse der Studie zur Arbeitsbelastung stellt Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts, im aktuellen Januar-Heft des Anwaltsblatts vor (Kilian, AnwBl 2017, 50):

Die Befragungen ergaben, dass jeder Dritte 50 bis 60 Stunden in der Woche, fast jeder fünfte sogar noch mehr arbeitet. Auch am Wochenende leisten sich viele keine Pause. Rund 30 Prozent legen nur an einem einzigen Tag in der Woche die Akten beiseite. Immerhin zahlt sich die hohe Arbeitszeitbelastung aus: Mit der wöchentlichen steigt ebenfalls der persönliche Honorarumsatz. „Allerdings steigt der Umsatz pro Arbeitsstunde nicht kontinuierlich linear“, stellt Kilian, fest. Unter Umsatzaspekten seien die Rechtsanwälte am effektivsten, die zwischen 50 und 59 Stunden in der Woche arbeiteten. Sie erreichten je Arbeitsstunde einen Umsatz von 96 Euro, so Kilian weiter. Noch größerer zeitlicher Einsatz wird dagegen nur begrenzt wirtschaftlich belohnt, denn der Umsatz pro Arbeitsstunde nimmt dann wieder merklich ab.

Die Studie „Anwaltstätigkeit der Gegenwart: Rechtsanwälte, Kanzleien, Mandanten und Mandate“ ist im Deutschen Anwaltverlag (Bonn) erschienen (ISBN 978-3-8240-5431-2).

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