Infos zum Jurastudium

Jurastudium: Studi­en­aufbau und Examens­vor­be­reitung

Wer sich für ein Studium der Rechtswissenschaften interessiert, ist erst einmal mit einigen Fachbegriffen konfrontiert: Was genau sind Repetitorium, Referendariat und Staatsexamen? Das Anwaltsblatt klärt alle Fragen rund um den Aufbau des Jurastudiums.

Repeti­torium: Vorbe­reitung des Jura-Examens

Das Repetitorium im Jurastudium dient zur Wiederholung des Lernstoffs vor dem ersten und zweiten Staatsexamen. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend.
Meist dauern Repetitorien 6 bis 12 Monate. Sie vermitteln den Stoff aus Haupt- und Grundstudium. Anhand von praktischen Fallbeispielen werden die theoretischen Kenntnisse aus dem Studium vertieft. Repetitorien gibt es übrigens nicht nur für Jura, sondern auch in anderen Studiengängen, beispielsweise Medizin.

Auch kommerzielle Anbieter veranstalten juristische Repetitorien. Sie kosten monatlich zwischen 120 und 175 Euro.
Alternativen zu den kommerziellen Angeboten sind die Repetitorien und studentischen Lerngruppen der Universitäten. Universitäre Repetitorien sind in der Regel kostenfrei. Sie stehen allerdings in der Kritik, dass sie weniger auf praktische Beispiele ausgelegt seien als die kommerziellen Angebote.

Einige Universitäten und Hochschulen empfehlen zusätzlich zu den Repetitorien einen privaten Lernplan. Die Studierenden sollten sich dabei jedoch nicht überfordern, sondern realistisch einschätzen, wie viel Stoff zusätzlich zu bewältigen ist.
Auch die – kostenlosen – studentischen Lerngruppen für das Jura-Examen sind bei der Aufarbeitung der Themen hilfreich. Denn das gegenseitige Erklären unterstützt das Erinnern und Verstehen des Gelernten sehr viel besser als das reine Lesen der Gesetzestexte. Außerdem profitieren die Studierenden von der Sprachpraxis. Denn gute Juristen leben von der gesprochenen Sprache.

Studenten sitzen gemeinsam an einem Tisch und lernen.
Neben den Repetitorien könnt ihr euch aber auch in Lerngruppen zusammenfinden, um euch auf das Juraexamen vorzubereiten.

Welches Repeti­torium ist das richtige?

Um das passende Repeti­torium zu finden, müssen Studie­rende wissen, wie sie am besten lernen. Das Lernen in Gruppen ist nicht unbedingt für jeden am besten geeignet. Menschen mit hoher Disziplin und Konzen­tra­tionsfähigkeit lernen unter Umständen sogar besser allein, da andere Gruppen­teil­nehmer ihre Konzen­tration stören würden.

Das Gemein­schaftsgefühl der Lerngruppen und das Wissen darum, mit dem Lernen nicht allein zu sein, können helfen, sich zu motivieren.

Viel Unterstützung beim Lernen erhalten Studie­rende auch in den kommer­zi­ellen Repeti­torien, da sie neben Seminaren auch Übungs­ma­terial und Probe­klau­suren umfassen.

Das erste Staats­examen

Nach einer guten Vorbereitung im juristischen Repetitorium folgt das erste Staatsexamen, das das Wissen aus Haupt- und Grundstudium prüft.
Je nach Bundesland besteht das erste Staatsexamen aus fünf bis sieben Klausuren zu unterschiedlichen Gebieten der Rechtswissenschaften. Dabei gehören 70% des Examens zum verpflichtenden Teil der Staatsprüfung und 30% Prozent zum individuellen Schwerpunktbereich.

Für den Schwer­punkt­be­reich haben die Studie­renden ein indivi­duell ausgewähltes Schwer­punkt­studium absol­viert. Dieses bietet die Möglichkeit, einzelne Rechts­ge­biete genauer zu studieren. Zu welchem Zeitpunkt im Studium der Schwer­punkt gesetzt wird, ist an den Universitäten unter­schiedlich geregelt. Die jewei­ligen Regelungen sind in der Studien- und Prüfungs­ordnung nachlesbar.

In der Examensprüfung spielt die Fähigkeit zu priori­sieren eine wichtige Rolle, denn die Zeit für die einzelnen Klausuren ist knapp bemessen. Daher muss man gut abwägen, wie viel Zeit man pro Aufgabe nutzen möchte.

Einige Wochen nach den bestan­denen Klausuren folgt die abschließende mündliche Prüfung.


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