Haftpflichtfragen

„Meine erste Schaden­meldung“

2. Angabe der Versi­che­rungs­schein­nummer

Um eine möglichst schnelle und effiziente Bearbeitung der eigenen Angele­genheit in die Wege zu leiten, empfiehlt es sich in jedem Falle die Versi­che­rungs­schein­nummer des eigenen Versi­che­rungs­ver­trages möglichst Zentral zu Beginn der Meldung aufzuführen.

3. Sendung direkt an die richtige Schaden­ab­teilung

Die jewei­ligen Empfangskanäle der Versi­cherer (Telefon­nummern, Email­adressen der Fachab­tei­lungen, Postadresse) sind in der Regel im Versi­che­rungs­vertrag festge­halten. Dabei ist es ratsam, die Schaden­meldung nicht an eine allge­meine Eingangs­adresse des Versi­cherers zu richten, sondern diese gleich an die zuständige Fachab­teilung zu übermitteln und keine unnötigen Umwege über Vermittler zu machen.

4. Meldung bei Vor und Nachver­si­cherer (Verstoßprinzip)

Für den (nicht seltenen) Fall, dass zwar ein poten­ti­eller Beratungs­fehler im Raum steht, es jedoch im Zeitpunkt der Meldung noch nicht bestimmt werden kann, wann im Laufe eines langjährigen Mandates dieser dem Berater unter­laufen ist, ist immer dann besondere Sorgfalt geboten, wenn innerhalb dieses Zeitraumes ein Vertrags­wechsel zu einem anderen Versi­cherer statt­ge­funden hat. Die Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rungen für Rechtsanwälte decken nach dem sogenannten „Verstoßprinzip“, das bedeutet, dass nur solche Schadenfälle vom Deckungs­umfang umfasst sind, deren Verstoß (also die Pflicht­ver­letzung) innerhalb des vom Versi­che­rungs­vertrag abgedeckten Zeitraumes liegt. Es kann daher ratsam sein die Schaden­meldung auch an den Vor- bezie­hungs­weise Nachver­si­cherer zu richten und den Versi­cherern jeweils die Daten des anderen poten­tiell betrof­fenen Versi­cherers mitzu­teilen.

5. Angabe der Versi­che­rungen der Sozien

Bei Berufsträgern, welche in einer Sozietät tätig sind, sollten im Hinblick auf die Regelung des § 12 AVB bereits im Rahmen der Schaden­meldung auch die Versi­che­rungs­daten der Sozien (Name des Versi­cherers, Versi­che­rungs­schein­nummer) bekannt gegeben werden.

6. Optimaler Inhalt einer Schaden­meldung

a. Name und Kontaktdaten, unter denen der Versicherungsnehmer möglichst schnell und zuverlässig für Rückfragen erreichbar ist

b. Daten des Mandanten als Anspruchsteller, bestenfalls bereits erste Ausführungen zu Art und Umfang des zugrundeliegenden Mandatsverhältnisses, gegebenenfalls mit Kopie des entsprechenden Mandatsvertrags

c. Sofern bereits vorhanden: Anspruchsschreiben des Mandanten oder dessen neuen Rechtsanwalts, sowie die Information wann dem Versicherungsnehmer dieses zugeleitet wurde.

d. Kurze aber prägnante und ehrliche Stellungnahme des entsprechenden Sachbearbeiters zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, so dass auch ein außenstehender Jurist den Vorgang in den wesentlichen Zügen versteht.


Zurück