Einstellungsreport

Erbrecht, Steuerrecht und Sozialrecht

Der 16. Gehälter- und Einstellungsreport von Anwaltsblatt Karriere schaut nach fünf Jahren wieder auf das Erbrecht, Steuerrecht und das Sozialrecht. Was erwarten Anwaltskanzleien? Was bieten sie jungen Anwältinnen und Anwälten?

„Weißt du noch, der Lieblingsfall von unserem Professor?“ Außergewöhnliche Beispiele bleiben den meisten Studierenden über Jahre im Gedächtnis. Während des Studiums entdecktman schnell seine Vorlieben für bestimmte Rechtsgebiete und ebenso schnell auch die Rechtsmaterien, die einen etwas weniger reizen. Manch einer überblickt die steuerlichen Vorteile der verschiedenen Gesellschaftsformen auf Anhieb, ein anderer hofft, die Höhe der Erbteile nach der Klausur nie wieder bestimmen zu müssen. Aber nicht nur das rechtliche Interesse ist entscheidend für die zukünftige Spezialisierung, sondern auch die Persönlichkeit. Selbst wer Freude daran hat, alle möglichen Ausnahmen im Sozialrecht zu prüfen, möchte vielleicht später trotzdem nicht jeden Tag hautnah mit persönlichen Schicksalen konfrontiert sein. Ebenso ist bei der Wahl des Rechtsgebiets und des Arbeitsplatzes abzuwägen, obman lieber im Teamarbeitet oder als Einzelkämpfer, ob man nach dem langen Studium bereit ist, noch weitere Qualifikationen zu erwerben, und wie wichtig ein hohes Einstiegsgehalt ist. Nur so kann man am Ende sowohl über die Arbeit als auch über den Arbeitsplatz sagen: „Das ist genau mein Fall.“

Die Kanzleien haben ebenfalls konkrete Vorstellungen, was ein Bewerber mitbringen sollte, um in die Kanzlei zu passen. Fremdsprachenkenntnisse werden kanzlei- und rechtsgebietsübergreifend vorausgesetzt, zwei Prädikatsexamen sowie LL.M. (und auch noch die Promotion) sind für die meisten Großkanzleien wünschenswert. Je nachdem sind hier Einstiegsgehälter von 70.000 bis 100.000 Euro für qualifizierte Bewerber zu erreichen. Aber auch in den kleinen und mittelständischen Kanzleien sind Spitzengehälter von bis zu 75.000 Euro möglich, wenn die jungen Anwältinnen und Anwälte durch Einsatzbereitschaft und eine gewisse Vorbildung im gesuchten Rechtsgebiet überzeugen können.

Anwaltspersönlichkeit: Mehr als die Summe von Qualifikationen

Der Anteil von Studierenden, „die Steuerrechtsanwalt“ als Traumberuf angeben, ist deutlich geringer als in manch anderem Rechtsgebiet. Auch Erb- oder Sozialrecht zählen nicht unbedingt zu den Arbeitsfeldern, die von jungen Juristen als besonders „schick“ oder lukrativ empfunden werden. Gerade deshalb ist es den Kanzleien besonders wichtig, dass sich die Bewerber schon während der Ausbildung ein genaueres Bild gemacht haben. Was im Studium noch ein nebensächlicher Blick auf eine Bilanz ist, kann im Alltag für den Mandanten beträchtliche Summen bedeuten. Denn hier zahlt sich die Kenntnis der Rechtslage im wahrsten Sinne aus.


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