Haftpflichtfrage

Die Grenzen der Berufs­haft­pflicht­ver­si­cherung

2. Ander­kon­ten­de­ckung

Über die beson­deren Bedin­gungen und Risiko­be­schrei­bungen für Rechtsanwälte und Patentanwälte (BBR-RA) – dort A. 4.3 – sind auch Auszah­lungs­fehler versi­chert, wenn der Anwalt wegen einer fahrlässigen Verfügung über fremde Gelder, die zur alsbal­digen Anlage auf ein Ander­konto einge­zahlt sind, vom Berech­tigten in Anspruch genommen wird. Das Geld muss also in jedem Fall auf einem echten Ander­konto (siehe oben) verbucht worden sein. Wenn der Anwalt dann über diese Gelder verfügt, Sie also absichtlich bewegt, sich dabei aber im Betrag oder in der Person des Adres­saten irrt, ist er insoweit versi­chert (Diller, A 4.4 BBR-RA, Rz. 13). Gemeint ist hier aber allein der Fehler beim Zahlungsakt, also wenn das Geld wegen eines fehlerhaft ausgefüllten Überwei­sungs­for­mulars nicht dorthin geht, wohin es nach dem Willen des Anwalts oder seines Personals eigentlich gehen sollte. Nicht gemeint ist die falsche Beurteilung bzgl. der Berech­tigung des Geldempfängers (G. Fischer/Vill/D. Fischer/Rinkler/Chab, Handbuch der Anwalts­haftung, 4. Aufl. § 18, Rz.75). Da Deckung über die Klausel daneben einen unmit­tel­baren Zusam­menhang mit anwalt­licher Tätigkeit voraus­setzt, bleibt auch die reine Vermögensver­waltung über ein Ander­konto außerhalb des versi­cherten Bereichs. Trotz der Deckungs­er­wei­terung für Ander­konten bleiben also beim Umgang mit Fremdgeld erheb­liche Risiken für den Bestand des eigenen Bankkontos.


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