Anwaltsethik

Organ der Rechts­pflege im Spagat?

Zwischen zwei Stühlen: Interessenvertreter des Mandanten und Organ der Rechtspflege.

Anwältinnen und Anwälte üben einen freien Beruf aus (§ 2 BRAO). Sie sind die unabhängigen Berater und Vertreter des Mandanten (§ 3 Abs. 1 BRAO). Sie haben die originäre Aufgabe, dessen Interessen zu vertreten. Sie sind aber auch Organ der Rechtspflege (so § 1 BRAO). Sie müssen deshalb am Funktionieren des Rechtsstaats mitwirken. Dies ist immer wieder ein Dilemma. Doch wie geht man mit diesem Spagat um? Hilft der Blick ins Gesetz? Gibt es anderswo eine Antwort? Was erwarten die Mandanten, was Richterinnen und Richter, Behörden oder die Gegenseite?

 

 

Wie gehen Anwältinnen und Anwälte mit ihrer Rolle als Organ der Rechtspflege um?

 

Antwort:

Einmal im Jahr lädt der DAV-Ausschuss Anwalt­sethik und Anwalts­kultur zum Deutschen Anwaltstag zu einer offenen Sitzung. Der Austausch zwischen den juris­ti­schen Diszi­plinen, der bereits beim Deutschen Anwaltstag 2018 erfolg­reich geführt wurde, soll in diesem Jahr fortge­setzt werden. Wenn wir Anwältinnen und Anwälte uns als Teil des Rechts­staats und als Organ der Rechts­pflege sehen, müssen wir uns stets fragen, ob das, was dem Mandanten nutzt, auch dem Rechts­staat hilft. Das produ­ziert Konflikte bei der Mandats­an­nahme und bei der Führung des Mandats.

Es disku­tieren:

  • Dr. Anne Lipsky, Richterin am Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald,
  • Dr. Barbara Stockinger, Richterin am OLG München,
  • Rechtsanwältin Reyhan Akar,
  • Rechtsanwalt Jan Hoppe, der zugleich Solicitor (England) ist,
  • Prof. Dr. Volker Rieble (Universität München),
  • Moderation: Rechtsanwalt Dr. Joachim Freiherr von Falkenhausen, LL.M..


Der Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur diskutiert in offener Sitzung unter dem Motto „Rechtsstaat leben“ auf dem Deutschen Anwaltstag in Leipzig am Donnerstag, den 16. Mai 2019 von 13.45 bis 15.15 Uhr (Mehrzweckfläche 1, Congress Center Leipzig, Ebene 0) Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!

 

Ein Mitglied aus dem DAV-Ausschuss Anwaltsethik und Anwaltskultur gibt seine ganz persönliche Antwort. Wenn Sie es anders sehen: Schreiben Sie dem Ausschuss. Antworten werden im Anwaltsblatt veröffentlicht.

 


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