Soldan Institut

Ungleiche Bezahlung: Gender Pay Gap in der Anwalt­schaft

IV. Equal Pay Day

Medial aufgegriffen wird das geschlechtsspezifische Lohngefälle regelmäßig mit Hilfe des sog. „Equal pay day“ (EPD): Dieser Aktionstag symbolisiert die (unbereinigte) Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, indem die durchschnittliche Entgeltdifferenz in einen Zeitraum von Kalendertagen umgerechnet wird.18 Ermittelt wird so der Tag, „bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1.1. für ihre Arbeit bezahlt werden“. Bei einem geschlechtsspezifischen Lohngefälle von rund 24 Prozent ist der Equal Pay Day in der deutschen Anwaltschaft damit im Jahr 2016 der 28. März 2016. Stellt man nur auf kleinere Kanzleien ab, war er freilich bereits fast zwei Monate früher – nämlich am 4. Februar 2016.

 

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1 Kilian/Dreske, Statistisches Jahrbuch der Anwaltschaft 2015/16, 2016, S. 36.
2 Kilian/Dreske, aaO (Fn. 1), S. 164.
3 Kilian/Dreske, aaO (Fn. 1), S. 30.
4 Kilian/Dreske, aaO (Fn. 1), S. 31.
5 Kilian, Die junge Anwaltschaft: Ausbildung, Berufseinstieg und Berufskarrieren, 2014, S. 145, sowie ders., AnwBl 2016, 38, 40.
6 Kilian, aaO (Fn. 6), S. 201.
7 www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension1/1_5_GenderPayGap.html
8 Europäische Kommission, GD Justiz, Tackling the gender pay gap in the European Union, 2014, S. 12 f.
9 Der unbereinigte Gender Pay Gap betrachtet den geschlechtsspezifischen Verdienstunterschied in allgemeiner Form. Auf diese Weise wird auch der Teil des Lohnabstands erfasst, der durch unterschiedliche Zugangschancen beider Geschlechtergruppen auf bestimmte Tätigkeitsfelder oder Leistungsgruppen verursacht wird. Beim statistisch bereinigten Gender Pay Gap hingegen werden diese strukturellen Unterschiede herausgerechnet.
10 Joachimiak, Frauenverdienste – Männerverdienste: Wie groß ist der Abstand wirklich? (Destatis), 2013.
11 Kilian, aaO (Fn. 6).
12 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text im Weiteren nur die männliche Form verwendet. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch die männliche Form.
13 Zur Methodik näher Kilian, aaO (Fn. 6), S. 21ff.
14 Einen – wenn auch geringeren – Einfluss haben auch der Kammerbezirk und Vorhandensein eines Fachanwalts- oder Doktortitels.
15 Diese geschlechtsspezifische Differenz beruht nicht auf der unterschiedlich häufigen Inanspruchnahme von Teilzeittätigkeit, da die vorstehenden Werte ausschließlich auf den Angaben von in Vollzeit tätigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten beruhen.
16 Vgl. etwa Hommerich/Kilian, Fachanwälte, 2010, S. 60 f.
17 Siehe bereits oben Fn. 10.
18 In Deutschland üblicherweise nach der Formel (52 Wochen/Jahr x 5 Arbeitstage/Woche = 260 Arbeitstage/Jahr) x statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied in Prozent

 


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