Kosten, Ausbildung, Zulassung

FAQ: Wie wird man Anwalt in England?

Ob Großkanzlei, Boutique oder Einzelanwalt, Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht oder Strafrecht: In Anwaltsblatt Karriere dreht sich alles um den Anwaltsberuf. Doch wie wird man anderswo Anwältin oder Anwalt, und kann man dort mit seiner deutschen Ausbildung Fuß fassen? Anwaltsblatt Karriere nimmt die Juristenausbildung im Ausland unter die Lupe.

Einstieg

Anwältin oder Anwalt werden, ohne Jura zu studieren? Das geht in England! Um solicitor (Rechtsanwalt als Rechtsberater) zu werden, braucht man nicht einmal studiert zu haben, für den Beruf des barristers (des Prozessanwalts) muss man immerhin irgendeinen akademischen Abschluss mitbringen. Trotzdem ist es natürlich mehr als ratsam, ein Studium der Rechtswissenschaft zu absolvieren - einen Job in einer Londoner Kanzlei landet man wohl kaum mit einem Kunstgeschichte-Studium.

Ausbildung

Nach dem Bachelor-Abschluss an einer Universität geht es für die Anwalt­schaft in spe in den berufs­vor­be­rei­tenden Abschnitt: Für solicitors ein einjähriger "Legal Practice Course" (LPC), für barristers der "Bar Profes­sional Training Course" (BPTC). Abgeschlossen wird die Ausbildung für beide Berufswege mit einem 1 oder 2-jährigen Referen­dariat. Insgesamt dauert die Ausbildung so etwa 6 Jahre.

Und für uns?

Wie in den USA lässt sich natürlich auch in England ein LL.M.-Abschluss absol­vieren. Doch genau wie in den Staaten gilt hier: Studieren ist teuer! Wer als solicitor oder barrister zugelassen werden möchte, geht den gleichen Weg durch den berufs­vor­be­rei­tenden Abschnitt wie die engli­schen Studi­en­ab­sol­ven­tinnen und Absol­venten. Für Fans des Common Law steht dank des weiten Zugangs zum Anwalts­beruf einer Karriere als Anwältin oder Anwalt in England dann nichts mehr entgegen. Der Brexit könnte die beruf­liche Rückkehr auf den Kontinent aber erschweren.


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