Kosten, Ausbildung, Zulassung

FAQ: Wie wird man Anwalt in Frank­reich?

Ob Großkanzlei, Boutique oder Einzelanwalt, Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht oder Strafrecht: Wie wird man anderswo Anwältin oder Anwalt, und kann man dort mit seiner deutschen Ausbildung Fuß fassen? Anwaltsblatt Karriere nimmt die Juristenausbildung im Ausland unter die Lupe.

Einstieg

Anwalt oder Anwältin kann in Frankreich nur werden, wer Jura studiert hat. Mit der französischen Form des Abiturs, dem baccalauréat, bewirbt man sich an einer Universität. Eine grundsätzliche Entscheidung und oft finanziell geprägt ist die Auswahl zwischen einer staatlichen Universität oder einer der renommierten, privaten "Grandes Écoles".

Ausbildung

Die Juristenausbildung ist aufgeteilt in den akademischen und den praktischen Teil. Nach dem Erhalt des Studienabschlusses bewirbt man sich im Beruf seiner Wahl für die Ausbildung inklusive Theorie- und Praxiskursen, die mit einem Examen abgeschlossen wird. Daraufhin ist die Junganwältin oder der Junganwalt für weitere zwei Jahre ein "avocat stagiaire", bis die Eintragung in die Anwaltskammer folgt. Damit ist die Ausbildung bis zur Anwaltszulassung ähnlich lang wie in Deutschland: 7 oder 8 Jahre kann es gut und gerne dauern!

Und für uns?

Deutsche Volljuristen können auf zwei Wegen die Zulassung zu französischen Gerichten erlangen. Ein Weg führt über das Ablegen einer Prüfung, bei der man je nach Vorbildung über verschiedene Bereiche des französischen Rechts abgefragt wird. Der andere Weg ist, sich als deutscher Anwalt in einer Kanzlei in Frankreich niederzulassen. Nach drei Jahren Berufspraxis kann dann die Aufnahme in die Rechtsanwaltskammer beantragt werden.

 

 


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