Einstellungsreport

Arbeits­recht, Verkehrs­recht & Medien­recht ‒ Chancen im Markt

Ob Nischen­spe­zialist oder Allrounder, neben dem Zivil­recht sollte man als Verkehrs­rechtler auch das Straf- und Ordnungs­wid­rig­kei­ten­recht sowie öffent­liches Recht können, denn zum Verkehrs­recht gehören behördliche Zulas­sungs­fragen ebenso wie die Raserfälle. Wo man den Schwer­punkt setzt, hängt meist vom Kanzlei­fokus und der Mandant­schaft ab. Entscheidend ist auch, ob man Geschädigte oder Versi­cherer vertritt. Melanie Mathis von Quirmbach und Partner in Montabaur ist auf die Vertretung von Unfallopfern in Perso­nengroßschäden spezia­li­siert. Von solchen spricht sie ab einem Streitwert von 50.000 Euro. Bei ihrer Arbeit geht es aber um weit mehr als um nackte Zahlen. Durch den engen Kontakt zum Mandanten erfährt die Anwaltstätigkeit eine starke psycho­lo­gische Kompo­nente: „Neben wirtschaft­lichen Ansprüchen spielt auch die emotionale Genug­tuung eine wichtige Rolle – viele Mandanten wollen einfach gehört werden und ihre Seite der Geschichte erzählen. Nach einem schweren Unfall ist das auch für den Genesungs­prozess wichtig.“ Für besonders trauma­ti­sierte Mandanten vermittele die Kanzlei deshalb auch eine psycho­lo­gische Beratung. Gerade die Ausein­an­der­setzung mit den Versi­che­rungen empfänden die Mandanten oft als starke Belastung. Bastian Gries geht hingegen viel und gerne vor Gericht. Dies stelle einen wesent­lichen Teil seiner prakti­schen Arbeit dar. Bei der foren­si­schen Arbeit sei neben den fachlichen Kennt­nissen vor allem auch Spontanität und Schlag­fer­tigkeit gefragt, denn oft bringe die mündliche Verhandlung plötzliche Wendungen. Für Berufs­ein­steiger sei es wichtig, in diesem Bereich der Arbeit schnell Erfah­rungen zu sammeln und vorhandene Hemmungen abzubauen. Zudem sei das Verkehrs­recht für Berufs - einsteiger gut geeignet, weil die klassische Juris­ten­aus­bildung darauf vorbe­reite: Kurz nach dem Studium sei das für das Verkehrs­recht erfor­der­liche Fachwissen im Straf- und Zivil­recht „noch frisch im Kopf und greifbar“, berichtet Bastian Gries aus eigener Erfahrung. Eine Basis für den Start.

Arbeitsrecht – zwischen Recht und Klassenkampf

Anwalt ist nicht gleich Anwalt und Anwältin nicht gleich Anwältin. In kaum einem Rechts­gebiet gilt dieser Satz so sehr wie im Arbeits­recht, denn hier trennen sich die Wege sehr früh. Zu Beginn der Karriere muss man sich eine Frage stellen: Arbeit­nehmer oder Arbeit­geber? Die Antwort ist nicht immer leicht und doch ist sie eine, die meist von tiefer – auch politi­scher – Überzeugung geprägt ist. Arbeit­neh­meranwalt wird man aus Prinzip, aus einer intrin­si­schen Motivation heraus. Nils Kummert von DKA Rechtsanwälte aus Berlin fasst das gut zusammen, wenn er sagt, dass ein Arbeit­neh­meranwalt immer die politi­schen Zusammenhänge seiner Arbeit begreifen und motiviert sein solle, auch politisch zu agieren. Wer sich auf die Seite der Arbeit­nehmer schlägt, muss beim Gehalt idealis­ti­scher sein. Arbeit­nehmer-Anwälte verdienen im Schnitt um die 50.000 Euro im Jahr und damit deutlich weniger als ihre Kolle­ginnen auf der Arbeit­ge­ber­seite (bis zu 120.000 Euro Einstiegs­gehalt sogar im Mittel­stand).


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