Ausbildung

Auf die Plätze, fertig, los!

Frühe Planung des Referen­da­riats erhöht Karrierech­ancen.

Wer mitten in der Vorbe­reitung auf das erste Examen steckt, hat keine Muße, um sich Gedanken über das Referen­dariat zu machen – ganz zu schweigen über das zweite Examen. Doch eine frühzeitige Planung lohnt sich. Wer die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Examen gut nutzt, kann seine Chancen auf dem Arbeits­markt deutlich erhöhen – und lernt mehr.

Das Bundesland

Als erstes gilt es, sich für ein Bundesland zu entscheiden, denn: Das Referen­dariat ist Ländersache. Wem ein gutes „Gehalt“ wichtig ist, der sollte nach Thüringen gehen. Dort verdienen Referendare mit 1.244,42 Euro im Monat mit Abstand am meisten. Bayern ist keine gute Wahl, wenn man nicht gerne Klausuren schreibt, denn für das zweite Examen gilt es dort 11 schrift­liche Prüfungen zu überstehen. In Berlin kann man schon einmal 15 Monate auf einen Platz warten, es sei denn, man ist „Landeskind“. Auch Bewer­bungs­fristen und die Dauer und Abfolge der Stationen sind von Land zu Land verschieden. Angehende Referen­da­rinnen und Referendare sind daher gut beraten, genau hinzu­schauen, worauf sie sich einlassen. In der Übersicht zum Referen­dariat auf Seite 80 hat Anwalts­blatt Karriere die wichtigsten Fakten zusam­men­ge­fasst.

Die Bewerbung

Wer weiß, wo er hin will, muss sich bewerben. Alle Hinweise und Unter­lagen zur Bewerbung finden sich auf den Inter­netseiten der Oberlan­des­ge­richte oder der Justiz­mi­nis­terien. Häufig gibt es die Möglichkeit, Ortswünsche anzugeben, um sich einem bestimmten Ausbil­dungs­ge­richt zuweisen zu lassen, auch wenn diese nicht immer Berücksich­tigung finden. Wer eine Wartezeit einplanen muss, kann die am besten mit einem Master, Praktika oder einer Promotion überbrücken.

Mit Beginn der prakti­schen Ausbildung haben Referen­da­rinnen und Referendare die einmalige Möglichkeit, wertvolle Praxi­ser­fahrung zu sammeln und poten­tielle Arbeit­geber so richtig unter die Lupe zu nehmen. Die Stationen sollten genutzt werden, um sich auch über die späteren Berufswege klar zu werden. Dabei gilt: Je früher desto besser – nur Top-Einsteiger mit Spitzen­noten können sich alles offen halten.

Die Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt in fünf Stationen: Zivil­recht, Straf­recht, Verwal­tungs­recht, die Ausbildung beim Rechts­anwalt und in der Wahlstation. Um eine optimale Vorbe­reitung auf das Examen zu gewährleisten, finden parallel zu den ersten vier Stationen Seminare und Arbeits­ge­mein­schaften statt. Die Zivil­rechts- und die Straf­rechts­station bieten in der Regel den geringsten Gestal­tungs­pielraum. Das ändert sich jedoch mit der Verwal­tungs­station. Sie ist zwar grundsätzlich bei Kommunal- oder Landesbehörden zu absol­vieren, aber einige Bundesländer ermöglichen auch die Ausbildung bei Bundesbehörden. In einigen wenigen Bundesländern ist es zudem möglich, die Verwal­tungs­station im Ausland bei einer deutschen Botschaft zu absol­vieren. Wer die Ausbildung bei einer Behörde lieber umgehen möchte, für den besteht in der überwie­genden Mehrheit der Bundesländer die Möglichkeit, während der Verwal­tungs­station für ein Semester an der Deutschen Universität für Verwal­tungs­wis­sen­schaften in Speyer zu studieren. Dies ist vor allem für dieje­nigen inter­essant, die eine Karriere im höheren Verwal­tungs­dienst anstreben.


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