Einstellungsreport

IT-Recht und Syndi­kusanwälte

Was kommt nach dem zweiten Staats­examen? Diese Frage stellt sich vielen angehenden Vollju­risten. So viele Absol­venten es gibt, so viele verschiedene Zukunftspläne kann es geben – und die Möglich­keiten werden vielfältiger, gerade wenn man sich schon für den Anwalts­beruf entschieden hat. Im fünfzehnten Gehälter-und Einstel­lungs­report teilten Unter­nehmen und Kanzleien Anwalts­blatt Karriere nicht nur mit, welche Möglich­keiten sie jungen Berufsanfängern bieten, sondern auch, welche Quali­fi­ka­tionen sie sich von Bewerbern wünschen.

Berufsanfänger sollten sich aber nicht nur darüber klar werden, was sie nach dem zweiten Examen machen wollen, sondern sie sollten sich auch die Frage stellen: Wo sehe ich mich in ein paar Jahren? Denn die Entscheidung für ein Rechts­gebiet und einen Arbeit­geber wird den Start ins Anwalts­leben indivi­duell prägen. Wie wichtig ist ein hohes Einstiegs­gehalt? Bin ich örtlich und zeitlich flexibel? Ist es mir wichtig, dass Teilzeit­mo­delle vorge­sehen sind? Bin ich ein Einzelkämpfer oder möchte ich im Team arbeiten? Will ich schnellstmöglich unter­neh­me­ri­scher Partner einer Kanzlei werden?

Wer viel zu bieten hat, bekommt auch viel geboten

Nach wie vor gilt auf dem Anwalts­markt: Wer als Bewerber viel kann, der kann auch viel erreichen. Die Großkanzleien erwarten von jungen Anwältinnen und Anwälten nach wie vor Prädikatsexamen. Wenn ein Kandidat dann noch sehr gute englische Sprach­kennt­nisse – bevorzugt bei einem Auslands­auf­enthalt erworben und durch einen LL.M. bescheinigt – vorweisen kann, wird ihm im Gegenzug auch viel geboten: Die Einstiegsgehälter der Großkanzleien drehen sich um die magische Grenze von 100.000 Euro. Im Wettbewerb um die besten Absol­venten wird auch jenseits der Großkanzleien mit reizvollen Gehältern gelockt: Als Syndi­kus­anwalt kann ein Berufs­ein­steiger Spitzengehälter von 80.000 Euro verdienen, als IT-Rechts­anwalt einer kleinen oder mittelständischen Kanzlei sind 60.000 Euro erreichbar. Im IT-Recht werden sprach­liche Fähigkeiten, Branchen­kenntnis und unter­neh­me­ri­sches Denken von jungen Anwältinnen und Anwälten erwartet, ebenso wie der Wille, mehr zu tun als unbedingt nötig. „Ein durch­schnitt­licher Lebenslauf wäre ein K.O.-Kriterium“, heißt es da schon einmal. Im Bereich des IT-Rechts sollten Hobbies und Inter­essen die Spezia­li­sierung auf dieses Rechts­gebiet belegen können. Syndi­kusanwälte sollten durch Praktika und Referen­da­ri­ats­sta­tionen schon einmal mit der Arbeit in einem Unter­nehmen in Berührung gekommen sein. Die Anfor­de­rungen sind also hoch, aller­dings bietet sich auch die Chance, schon im Studium und im Referen­dariat gesam­melte Lebens­er­fahrung bei der Arbeits­platz­suche nutzbar zu machen. Denn bei allen fachlichen Anfor­de­rungen gilt in vielen Kanzleien und Unter­nehmen inzwi­schen: Der Bewerber muss „mit seiner Persönlichkeit als Ganzes“ überzeugen.


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