Einstellungsrepot

Verwal­tungs­recht, Umwelt­recht und Agrar­recht

Die Agrar­rechtler suchen Nachwuchs

Kanzleien inves­tieren in inter­es­sierten Nachwuchs. Im Schnitt suchen 60 Prozent der befragten Kanzleien Verstärkung für das Jahr 2016 (egal in welchem Rechts­gebiet). Auffällig: Besonders im Agrar­recht wird händeringend nach anwalt­lichem Nachwuchs gesucht. Nachdem hier in den vergan­genen zwei Jahren so gut wie nicht einge­stellt wurde, wünscht sich gut die Hälfte der Kanzleien junge Agrar­rechtler für ihre Kanzlei. Im Umwelt­recht haben Berufs­ein­steiger besonders gute Chancen, nur 17 Prozent der Kanzleien finden Berufs­er­fahrung wichtig und die überwie­gende Mehrheit hält Umwelt­recht für ein gutes Einstiegs­gebiet. Auch das Verwal­tungs­recht bietet sich gerade für Berufsanfänger an und viele Kanzleien planen eine Vergrößerung in diesem Bereich. „Die Materie kann von Berufs­ein­steigern gut erfasst werden, da das Studium meist eine solide Grundlage bildet“, sagt ein Anwalt einer westdeut­schen mittelständischen Kanzlei.

Ein Einstieg im Agrar­recht ist hingegen schwie­riger: Zwar ist bei den Absol­venten des zweiten Staats­ex­amens noch die notwenige Bandbreite an juris­ti­schen Wissen präsent, die Detail­fragen des Agrar­rechts kommen in der Ausbildung aber oft zu kurz oder gar nicht vor. Daher bieten manche Kanzleien die Möglichkeit, die prakti­schen Kennt­nisse während der Arbeitszeit zu sammeln: „Wir kennen viele Betriebs­in­haber und bieten unseren Berufs­ein­steigern neben der recht­lichen Aus- und Weiter­bildung die Möglichkeit, in den Betrieben die tägliche Praxis und Zusammenhänge zu erfassen“, sagt Rechts­anwalt Dr. Falk-Rembert von Eickstedt aus Verden. Unabhängig vom Tätigkeitsfeld haben sich vier von fünf Kanzleien innerhalb der letzten fünf Jahre vergrößert. Dabei wollen 90 Prozent der befragten Kanzleien ihre Mitar­beiter langfristig binden und suchen nach zukünftigen Partnern. Der Weg in die Partner­schaft dauert im Verwal­tungs- und Umwelt­recht durch­schnittlich etwa drei bis fünf Jahre, im Agrar­recht etwas länger. Um auf die Bedürfnisse der jungen Bewerber einzu­gehen, bieten zwei Drittel der Kanzleien im Umwelt­recht schon feste Teilzeit­mo­delle für Partner an, im Agrar und Verwal­tungs­recht werden indivi­duelle Lösungen für den Einzelfall gesucht. Die Kanzleien wissen, dass die Rechts­ge­biete auch vom Interesse der jungen Bewerber leben. So haben junge Anwältinnen und Anwälte, die bei fachlicher Spezia­li­sierung flexibel auf aktuelle Entwick­lungen im jewei­ligen Rechts­gebiet reagieren können, derzeit gute Chancen auf dem Anwalts­markt.

Nachge­fragt: Umwelt­recht für Berufsanfänger bei Menold Bezler

Im Gespräch mit Rechtsanwältin, Dipl.-Verwal­tungs­wirtin (FH) Verena Rösner, Stuttgart


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