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Antworten von Uwe J. Fischer, Vorsit­zender der Arbeits­ge­mein­schaft Notariat

Warum sollte sich der Nachwuchs in den Bundesländern mit Anwaltsnotariat auf die Kombination Anwalt und Notar spezialisieren?

Damit sie einen der schönsten Berufe im breiten Spektrum der Juris­terei ergreifen können! Das Notariat bietet hohe Unabhängigkeit in persönlicher und wirtschaft­licher Hinsicht, gekoppelt mit einem bunten Querschnitt durch die Gesell­schaft und sämtliche Gebiete des Zivil­rechts. Nicht zuletzt entfällt das streitige Element, Notarinnen und Notare arbeiten in der vorsor­genden Rechts­pflege und tragen damit zur Streit­ver­meidung bei. Diese positive und auf Ausgleich bedachte Grund­aus­richtung trifft die Lebens­ein­stellung vieler jüngerer Bewerber-/innen eher als die in der reinen Anwaltstätigkeit vielfach nicht vermeidbare Einsei­tigkeit.

Wie wird sich das (Anwalts-)Notariat in den nächsten fünf Jahren wandeln?

Die Zahl der Anwalts­notare wird weiter abnehmen. Dies führt einer­seits zu einer verein­fachten Markt­si­tuation für die Anwalts­notare und anderer­seits durch das erhöhte Urkundsauf­kommen pro Notariat zu noch profes­sio­nel­leren Struk­turen. Gleich­zeitig wird es schwerer werden, Fachan­ge­stellte zu finden. Dies wiederum führt dazu dass sich Notarin und Notar in noch stärkerem Maße mit der Büroorga­ni­sation und Softwarelösungen für den Beruf befassen müssen. Dies ist aller­dings keine Beson­derheit des Notariates, alle akade­mi­schen Berufe sehen sich diesen Heraus­for­de­rungen gegenüber. Das Notariat sehen wir durch die hohe Kompetenz der Bundes­notar­kammer im IT-Bereich aber als gut gewappnet für die Heraus­for­de­rungen der Zukunft an.

Was brauchen junge Anwältinnen und Anwälte für das Anwaltsnotariat, was sie in der Juristenausbildung nicht lernen?

Geduld, Gelas­senheit, Sozial­kom­petenz und breite Schultern.