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Antworten von Dr. Thomas Summerer, Vorsit­zender der Arbeits­ge­mein­schaft Sport­recht

Warum sollte sich der Nachwuchs auf das Sportrecht spezialisieren?

Der Sport hat sich in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt in den letzten 20 Jahren zu einem bedeu­tenden Wirtschafts­faktor entwi­ckelt, der unzählige Rechts­fragen mit sich bringt. Um nur einige Fragen aufzu­werfen: Ist die Vorschrift, des DFB, die es einem Investor verbietet, die Mehrheit an einer Fußball-Kapital­ge­sell­schaft zu erwerben, mit Europa­recht vereinbar? Ist es zulässig, Athleten – beispiels­weise bei einer Dopingsperre - ein Schweizer Schieds­ge­richt aufzu­zwingen mit der Folge, dass eine Schadenser­satz­klage vor deutschen Gerichten unzulässig ist? Dürfen Sport­vereine Arbeits­verträge mit ihren Spielern über zwei Jahre hinaus befristen? Muss das Siegpferd beim Deutschen Derby disqua­li­fi­ziert werden, weil es der Jockey zu oft mit der Peitsche voran­ge­trieben hat? Führt das Manöver des letzten Augen­blicks bei einer Segel­re­gatta zu einer Haftung der Crew? Dabei ist das Sport­recht als Verbands­recht noch ein junges Rechts­gebiet mit zahlreichen Schnitt­stellen zu etablierten Rechts­ge­bieten, so dass der Weg zum Spezia­listen zunächst über den Genera­listen führt.

Wie wird sich das Sportrecht in den nächsten fünf Jahren wandeln?

Im Frühjahr 2019 ist das Sport­recht in die Fachan­waltsliga aufge­stiegen. Man kann also den Fachanwalt für Sport­recht erwerben. Dadurch wird das Sport­recht aufge­wertet, und es ist mit einer steigenden Nachfrage nach quali­fi­zierter Rechts­be­ratung zu rechnen, und zwar sowohl im Profisport als auch im Breiten­sport. Vor allem der kommer­zielle Sport wird sich weiter profes­sio­na­li­sieren. Als Mandanten bzw. Arbeit­geber kommen Sport­vereine, Sportverbände, Athleten, Fernseh­sender, Spieler­be­rater und Sponsoren in Frage.

Was brauchen junge Anwältinnen und Anwälte im Sportrecht, was sie in der Juristenausbildung nicht lernen?

Es schadet nicht, auch noch im Studium öfters die Turnhose angehabt und Sport­regeln verin­ner­licht zu haben. Begeis­terung für den Sport und Kampf­geist sind unver­zichtbar, flankiert von Fair Play, dem obersten Grundsatz im Sport­recht. Die regelmäßige Lektüre des Sport­teils einer Tages­zeitung und einer Fachzeit­schrift wie der SpuRt (Sport und Recht) sind ein Muss. So lässt sich das Hobby zum Beruf machen.